Roosters verdienen sich erste Punkte in Krefeld
Spieltag 3: Krefeld Pinguine - Iserlohn Roosters 2:3 nP
(1:1/1:1/0:0/0:0/0:1)
Krefeld.- „Norm Maracle, Norm Maracle" über diese Anfeuerungsrufe der knapp 300 Iserlohner Fans durfte sich der Iserlohner Goalie, die tragische Figur des vergangenen Wochenendes, schon vor der Partie im Krefelder Königpalast freuen. Was er, aber auch die mitgereisten Anhänger zu diesem Zeitpunkt nicht wussten, diesen Vertrauensvorschuss sollte sich der Kanadier in den ersten 20 Minuten dieser Partie mehr als verdienen. Maracle war für die in der Defensive stabilisiert wirkenden Sauerländer sicherer Rückhalt und Turm in der Schlacht, beeindruckte mit seiner herausragenden Reaktionsfähigkeit nicht nur die eigenen Fans. Auch die Krefelder Anhänger rieben sich bei manchem ´Save` der Nummer 1 im Iserlohner Tor verwundert die Augen. Dass Maracle im ersten Drittel doch recht viel zu tun hatte, lag nicht in einer chaotischen Iserlohner Defensive begründet, sondern viel mehr an zahlreichen Über- und Unterzahlgelegenheiten auf beiden Seiten. In der Verteidigung präsentierten sich die Roosters in den ersten 20 Minuten deutlich stabilisiert, hatten zwar noch einige Abstimmungsprobleme, die aber werde man in den Griff bekommen, sagte Co-Trainer Uli Liebsch. „Wir müssen mehr miteinander reden, dann geht es noch einfacher!"
Trotz hochkarätiger Gelegenheiten auf beiden Seiten dauerte es bis zur 15. Spielminute, bis das erste Tor fiel. Sekunden nachdem die Krefelder ein Unterzahlspiel schadlos überstanden hatten, zog David Sulkovsky über die rechte Seite ins schwarz-gelbe Drittel, sah, dass Krefelds Keeper Pavoni zu weit vor seinem Tor stand und überwand ihn mit einem tollen Schuss zum 1:0 aus Iserlohner Sicht. Nur knapp drei Minuten später gelang allerdings den Pinguinen bei Überzahl durch Pavlikovsky der 1:1-Ausgleich. Nach einem Wechselfehler der Roosters fand sich die Verteidigung zu spät zusammen (18.). Zwar hatte auch in dieser Situation Maracle im Doppelpack gegen die Pinguine gerettet, beim dritten Schuss aus kürzester Distanz musste aber auch er sich geschlagen geben
War es im ersten Drittel eine Partie, die die Roosters offen gestalten konnten, so entwickelte sich das Match ab Abschnitt 2 in Richtung der gastgebenden Pinguine. Das war anfangs allerdings nicht zu spüren - dank David Sulkovsky. Der nutze kurz nach Wiederbeginn einen Traumpass von Bobby Wren zum 2:1 Führungstreffer für die Sauerländer (23.). Sulkovsky war dem Laufweg Wrens gefolgt, der legte die Scheibe zurück und Sulkovsky ließ Pavoni im Tor keine Chance. Leider hatte die erneute Führung der Roosters nur knapp 3 ½ Minuten bestand. Dann nutzte Malony eine erneute Überzahl der Krefelder zum 2:2 (27.). Die Roosters mussten zusehen, wie der neue Kanadier völlig frei vor Maracle zum Schuss kam und die Scheibe in die rechte, obere Ecke hämmerte. Nach diesem Treffer waren die Pinguine die bessere Mannschaft. Insbesondere in der Offensive waren die Krefelder schneller, aggressiver, wirkten, wie immer, technisch versierter als die Roosters. Die aber ließen sich vom Krefelder Druck nicht nervös machen, hielten sich ans taktische Konzept und brachten das 2:2 über die Zeit
Das Schlussdrittel: Ein Schachspiel. Die Roosters konzentrierten sich auf die von Trainer Adduono ausgegebene Marschroute, riskierten nicht zuviel, sondern wollten aus einer starken Defensive überzeugen, ihre Konterchance nutzen. Da auch sich auch die Krefelder weigerten, das Spiel zu gestalten, wurde es langweilig und dann plötzlich aus heiterem Himmel richtig spannend. Aus einer konzentrierten Defensive heraus erarbeiteten sich beide Teams überraschend herausragende Gelegenheiten, zeigten tolles Defensivhockey. Tapper klaut sich hinter Pavoni im Krefelder Drittel die Scheibe, passt auf den völlig frei vor dem Tor stehenden Hock, der aber kriegt die schwarze Hartgummischeibe nicht unter Kontrolle (10.). Zwei Minuten später zaubert Blank die Scheibe nicht ins leere Roosterstor, sondern nur an den Pfosten (11.). Es bleibt beim 2:2. Auch als Kavanagh für 2 + 2 Minuten wegen eines Crosschecks und Hakens auf die Strafbank musste, blieben die Iserlohn Roosters im Spiel. Maracle und die anderen sicherten das Unentschieden und gewannen den ersten DEL-Punkt der Saison. Weil auch in der anschließenden Overtime keine Tore fielen, ging es ins Penaltyschießen. Hier trafen Hock und Wren für die Roosters, bei den Krefeldern war der Treffer von Alinc zu wenig. Damit holen die Sauerländer den ersten Sieg in der DEL-Saison 2007/2008
Die Statistik:
Tore: 0:1 (14:42) Sulkovsky (Sellars); 1:1 (17:10) Pavlikovsky
(Alinc/Verwey/5:4); 1:2 (22:32) Sulkovsky (Wren); 2:2 (26:07) Maloney
(Bombis/Ramsey/5:4); 2:3 Wren (PS)
Penaltyschießen: Maloney (vorbei); Hock (0:1); Alinc (1:1); Roy (vorbei);Vasiljvs (an TW); Wren (1:2).
Zuschauer: 3493
Schiedsrichter: Milan Minar
Strafen: Pinguine 16; Roosters 22 + 10 Tapper.
Pinguine: Pavoni; Milo, Kunce; Martinovic, Pavlikovski; Andrews, Schopper;
Selivanov, Blank, Pietta; Verwey, Alinc, Vasiljevs;
Roosters: Maracle; Sellars, Traynor; Danielsmeier, Schmidt; Wolf, Hock,
Tapper; Jones; Wren, Roy, Sulkovsky; Ready, Potthof, Martens; Kavanagh.










