Hochverdienter Erfolg für Iserlohn Roosters

Paul Traynor - Schütze des Siegtores in Overtime
Frankfurt. – Trotz des kleinen Kaders starteten die Iserlohn Roosters am Frankfurter Ratsweg wie die Feuerwehr. Schon nach ein paar Sekunden feuerten erst Hock, dann Tapper Schüsse auf das Frankfurter Tor – Ian Gordon zwischen den Pfosten blieb in dieser frühen Spielsituation aber Sieger. Dieser Auftakt sollte aus Sicht der Iserlohner kein Strohfeuer bleiben. Nach locker überstandener 3:5-Unterzahlsituation (4./5.) steigerten sich die Roosters Minute um Minute und dominierten die Partie: Tapper hämmerte den Puck bei einem Konter an die Latte (8.), Wolf scheiterte zweimal an Gordon (9.), Martens brachte bei einem 2:1-Konter die Scheibe per Schuss nicht an Gordon vorbei (13.). Frankfurt seinerseits hatte in den ersten 20 Minuten letztlich nur eine ganz gefährliche Torchance als Reichel frei vor Maracle stehend die Scheibe aus der Luft am Tor vorbei beförderte. Dann kam die 19. Spielminute und die sollte die Roosters in eine hervorragende Ausgangsposition in dieser Partie bringen. Erst nutzte Wolf nach schönem Kurzpassspiel mit Wren und Traynor einen Schuss aus kürzester Distanz zum 1:0. Der Jubel der Roostersfans war gerade vergangen, als die Scheibe schon wieder im Tor hinter Ian Gordon lag – diesmal aber war der Frankfurter Goalie selbst Schuld. Nach einem Schlagschuss staubte Hock ab und es stand völlig verdient 2:0 für die Iserlohner.

Wer ab Beginn von Drittel 2 einen Sturmlauf der Lions erwartete, der sah sich getäuscht. Die Roosters blieben die tonangebende Mannschaft, hatten erneut Chancen ohne Ende, nutzen sie aber einfach nicht: Tapper scheiterte mit einem 1:0-Konter (27.), Kavanagh traf nur den Pfosten (30.), Wolf und Tapper zimmerten bei einem 2:1-Konter Gordon die Scheibe in die Fanghand (34.), Wren versiebte die nächste Gelegenheit nur Sekunden später. Die Roosters dominierten diese Partie aus einer starken Defensive heraus, waren in allen Belangen die bessere Mannschaft. Doch wer im Sport die sich bietenden Chancen nicht nutzt, der wird dafür meist bestraft. 60 Sekunden vor Ende des zweiten Abschnitts nutzten die Frankfurter bei Unterzahl (!) einen Konter zum 1:2-Anschlusstreffer. Bei diesem platzierten Schuss von Jay Henderson war der abermals hervorragend spielende Norm Maracle machtlos. So wurde das Match doch wieder eng und die Roosters mussten wieder um hoch verdiente drei Punkte zittern.

Dass insbesondere der Beginn des letzten Abschnitts harte Arbeit werden würde, war klar, dass die Lions aber schon 46 Sekunden nach Wiederbeginn den 2:2-Ausgleichstreffer schießen würden, damit hätte man dann doch nicht gerechnet. Heerema überwindet Norm Maracle. Nervosität hielt Einkehr, die Roosters wirkten plötzlich unkoordiniert, verloren die Formation und mussten durch einen Bauerntrick von Petr Smrek sogar einen weiteren Treffer zum 2:3 hinnehmen (46.). Dass diese neue Roostersmannschaft Charakter hat, sollte sich aber im weiteren Verlauf zeigen. Erst sorgten die erfahrenen Spieler der Sauerländer für Ruhe, bis zur 50. Minute hatten sie sich selbst und die Partie wieder im Griff. Als dann auch noch Collin Danielsmeier mit seinem Schlagschuss zum 3:3 trifft, ist der Sauerlandexpress in Frankfurt wieder auf der Überholspur. Zwar reicht es nicht mehr zum Sieg nach regulärer Spielzeit, trotzdem können die Roosters stolz sein, trotz des Rückstandes noch einmal in die Partie zurückkehrt zu sein.

Die Overtime wird dann zum Krimi. Auszeiten, taktisches Geplänkel und eine Roostersmannschaft die an alte Stärken anschließt. Dank zahlreicher Frankfurter Undiszipliniertheiten haben die Sauerländer zweimal Gelegenheit bei doppelter Überzahl zum Tor zu kommen – die zweite lässt sich Paul Traynor nicht entgehen und haut die Scheibe 15 Sekunden vor Ende der Verlängerung an Ian Gordon vorbei ins Frankfurter Tor.


Die Statistik:

Tore: 0:1 (18:04) Wolf (Wren/Traynor/4:5); 0:2 (18:39) Hock (Pyka/Dück); 1:2 (39:01) Jay Henderson (Layne Ulmer/4:5); 2:2 (40:46) Heerema (Marshall/Young); 3:2 (45:25) Smrek (Layne Ulmer); 3:3 (50:15) Schmidt (Traynor, Danielsmeier); 3:4 (54:45) Taynor (Wolf/Tapper/3:5)

Zuschauer: 5.600

Schiedsrichter: Rick Looker (USA)

Strafen: Lions 18; Roosters 14.

Lions: Gordon; Osterloh, Regehr; Smerk, Marshall; Bresagk, Kopitz; Taylor, Young, Jeff Ulmer; Layne Ulmer, Heerema, Henderson; Reichel, Danner, Wörle; Krzestan, Oppenheimer; Vorobjev.

Roosters: Maracle; Traynor, Sellars; Pyka, Dück; Schmidt, Danielsmeier; Hock, Tapper, Wolf; Wren, Sulkovsky, Ready; Kavanagh, Roy, Martens.