Roosters sind in der Serie gegen Frankfurt ein Break vor
Stand in der Serie: Lions – Roosters 1:2
Frankfurt.- Die Iserlohn Roosters haben das zweite Auswärtsspiel der Viertelfinalserie gegen die Frankfurt Lions gewonnen. Ryan Ready erlöste in Überzahl (42 Sekunden in der Overtime gespielt) nach genialer Vorarbeit von Wren und Kavanagh die über 1000 Roostersfans in der Eissporthalle am Bornheimer Hang. Die Iserlohner gewannen die Partie, verloren aber Michael Wolf, der wegen eines Bandenchecks eine Spieldauerdisziplinarstrafe absitzen muss. Die Roosters legten nach dem Spiel Protest gegen die Entscheidung von Schiedsrichter Heiko Dahle aus Berlin ein.
Drittel 1 hätten die Sauerländer kaum besser spielen können. Schon nach knapp vier Minuten krachte der erste Hock-Schuss gegen die Latte des Frankfurter Tores und ließ die Gastgeber erschauern. Aus einer guten Defensive heraus spielten die Roosters äußerst durchdacht wirkendes Offensivhockey, hätten Chancen im Dutzend. Ready scheiterte bei einem 1:0- Konter, in Bedrängnis gebracht von einem nachrückenden Frankfurter Verteidiger, an den Schonern von Ian Gordon (8.). Nach knapp zwölf Spielminuten traf Hock zum zweiten Mal die Latte, die Führung wäre schon zu diesem Zeitpunkt hoch verdient gewesen. Fallen sollte sie allerdings erst bei Überzahl knapp 90 Sekunden später. Henderson saß auf der Strafbank als Roy von der blauen Linie abzog und eine Frankfurter Schlittschuhkufe den Schuss unhaltbar für Gordon ins obere rechte Eck ablenkte. Weil die Iserlohner sich auch im weiteren Verlauf beste Chancen in Überzahl oder beim Spiel ´Fünf gegen Fünf` erspielten, hätte die Führung auch deutlicher Ausfallen können. Dazu kam, der in dieser Serie bislang beste Frankfurter, Keeper Ian Gordon, machte abermals ein hervorragendes Spiel, vereitelte viele gute Gelegenheiten der Sauerländer. Auffällig die Strafzeitenbelastung. Während die Sauerländer nur zweimal von den Unparteiischen für Fouls bestraft wurden, gab es sechs Strafzeiten gegen die Hessen.
Frankfurts Co-Trainer Pavel Gross, dessen Trainerbüro genau neben der Schiedsrichterkabine liegt, beschwert sich in der Drittelpause lautstark bei Schiedsrichterbeobachter Dimmers - Strafen im Mitteldrittel: Frankfurt muss für zwei Minuten in die Kühlbox, die Roosters für sechs Minuten. Weil die Iserlohner mit dem hervorragenden Überzahlspiel der Lions nicht zu Recht kommen, treffen Regehr und Young zum 2:2-Ausgleich. Vorher hatte Kavanagh mit seinem zweiten Treffer nach einem tollen ´Steal` in der neutralen Zone Gordon keine Chance gelassen und traf zum zwischenzeitlichen 2:0 der Sauerländer (25.). Trotz der Umstände geht der Ausgleich der Hessen in Ordnung, sie waren über weite Strecken des Mitteldrittels die bessere Mannschaft, übernahmen nach dem Anschlusstreffer die Initiative und brachten das 2:2 gut über die Zeit. Auch die Roosters hatten im zweiten Drittel die Gelegenheit zwei Minuten in Überzahl zu agieren, konnten die sich bietenden Chancen allerdings nicht zur erneuten Führung nutzen. So ging es mal wieder mit einem Unentschieden in die zwanzig Schlussminuten.
Hier jubelten erst die Roostersfans und waren am Ende zu Tode betrübt. Kavanagh in Überzahl brachte das Team vom Seilersee in Führung. Sein Schuss vom Außenrand des Bullykreises flippte über den Schoner von Gordon ins Lions-Tor. Dann kam die Szene, die im Nachklang dieser Partie für viel Wirbel sorgen wird. Laufduell zwischen Wolf und Bresagk um die Scheibe. Der Füssener prallt an der Bande mit Bresagk zusammen, ein nachweislich (Video) fairer Check. Der ehemalige Fast-Rooster bleibt kurz auf dem Eis liegen, Sanitäter eilen zur Behandlung, 60 Sekunden später steht der erfahrene Topmann gespornt und spielbereit wieder an der Bande und bekommt Schulterklatscher von allen Seiten. Schiedsrichter Dahle entschied auf Spieldauer gegen Michael Wolf, gegen die die Roosters Protest einlegten. Die Sauerländer überstanden anschließend diese und eine weitere Unterzahl gegen Chris Schmidt, kämpften sich bis in die Schlussminute und kassierten 25 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit wieder den Ausgleich als Armstrong von der blauen Linie schoss, Maracle die Sicht verdeckt war und die Scheibe zum 3:3 ins Tor ging. Wieder musste die Entscheidung in der Verlängerung fallen.
Hier aber hatten anders als in Spiel 1 die Roosters das bessere Ende für sich. Nach einem grandiosen Zuspiel von Kavanagh und Wren auf Ready ließ der Frankfurts Keeper Gordon keine Chance. In der Serie führen die Roosters damit nach drei Spielen mit 2:1. Am Montagnachmittag um 14:30 Uhr kommt es am Seilersee zur vierten Partie, in der aber müssen die Sauerländer auf Michael Wolf verzichten. Nach der Partie legten die Roosters offiziell Protest gegen die Spieldauerdisziplinarstrafe ein.
Die Statistik:
Roosters: Maracle – Traynor, Danielsmeier; Schmidt, Blanchard; Pyka, Dück – Hock, Wolf, Sulkovsky; Kavanagh, Ready, Roy; Wren, Tapper, Beechey; Potthoff, Schymainski, Martens.
Lions: Gordon – Marshall, Bresagk; Armstrong, Smrek; Regehr, Kopitz – Taylor, Jeff Ulmer, Young; Hahn, Danner, Vorobjev; Layne Ulmer, Heerema, Henderson; Reichel, Krzestan, Wörle.
Tore: 0:1 (13:29) Roy (Blanchard, Ready/5:4), 0:2 (24:29) Kavanagh, 1:2 (27:57) Regehr (Young/5:4), 2:2 (30:19) Young (Armstrong/5:4), 2:3 (42:51) Kavanagh (Wren, Ready/5:4), 3:3 (59:35) Armstrong (Taylor, Young/6:5), 3:4 (60:42) Ready (Wren, Kavanagh/5:4).
Schiedsrichter: Dahle, van Gameren (beide Berlin)
Strafen: Lions: 24 + 10 (Smrek); Roosters: 25 + Spieldauer (Wolf).
Zuschauer: 7000.










