Unentschieden im Frankfurt-Test

Iserlohn Roosters – Frankfurt Lions 2:2 (0:1/0:1/2:0)

Iserlohn – Die erhoffte Standortbestimmung ist gelungen. Die Roosters trotzen den Frankfurt Lions nach einem 0:2-Rückstand noch ein Unentschieden ab und präsentieren sich über 60 Hockeyminuten als klar bessere Mannschaft. Wenn sich das Team in den Anfangsminuten der ersten beiden Drittel die kleinen Unkonzentriertheiten erspart hätte, wäre ein Sieg selbstverständlich und am Ende hoch verdient gewesen.

Drittel 1 war gerade 20 Sekunden alt, da zappelte der Puck schon zum ersten Mal im Iserlohner Tor. Oppenheimer düppierte die noch im Tiefschlaf befindliche Roostersmannschaft, zog über die linke Seite vor den Kasten von Norm Maracle und  beförderte die Scheibe in die linke untere Ecke – 0:1. Knappe 20 Eishockeyminuten später musste man sich verwundert die Augen darüber reiben, dass das Zwischenergebnis noch immer Bestand hatte. Die Sauerländer waren den Lions in nahezu allen Belangen überlegen, spielten wieder eine grundsolide Überzahl, trafen aber einfach das Tor nicht. Ian Gordon, der den Sauerländern schon in den Play-Offs das Leben so schwer gemacht hatte, zauberte. Zu allem Überfluss zog sich David Sulkovsky eine Verletzung am Oberschenkel zu und blieb schon ab Mitte des ersten Drittels in der Kabine.

Eine erneute Unkonzentriertheit brachte die Iserlohner im zweiten Drittel weiter in Rückstand. Ein eigentlich völlig harmloses Schüsschen von Hahn segelte über die Fanghand von Maracle ins Tor – 0:2. Die Roosters, enttäuscht über den zweiten vermeidbaren Tiefschlag, kamen ein wenig von ihrer Linie ab. Frankfurt verlegte sich aufs Zerstören und ruinierte das bislang hervorragende Spiel der Sauerländer. Weil sich beide Teams, wie schon im ersten Drittel, immer wieder kleinere und größere Scharmützel lieferten, blieb der Sport erstmal auf der Strecke. Höhepunkt der Auseinandersetzungen war der Faustschlag von Bobby Wren gegen Jason Young, den Schiedsrichter Reik van Gameren mit einer Matchstrafe ahndete. Damit fällt Wren für mindestens ein Spiel aus. Was Young, dem flinken Roostersstürmer vorher verbal an den Kopf warf, sollte aus Jugendschutzgründen (!) ein gut gehütetes Geheimnis bleiben.

Im Schlussdrittel drehten die Roosters dann die Partie. Von Beginn an wirkte das Team hoch konzentriert und war mit seinem schon früh in der Vorbereitung bestens funktionierenden Überzahlspiel erfolgreich. Traynor und Hock setzten mit tollem Kombinationsspiel Wolf in Szene, der zentral aus fünf Metern abzog und Gordon mit seinem Schuss keine Chance ließ. Das Tor gab Selbstvertrauen, so viel Selbstvertrauen, dass Tappers Ausgleichstreffer zum 2:2 (47.) nur eine Frage der Zeit war. Trotz weiterer toller Roostersgelegenheiten blieb es beim unentschieden.


Tore: 0:1 (00:20) Oppenheimer, 0:2 (22:38) Hahn, 1:2 (41:57) Wolf (5:4),  2:2 (46:27) Tapper.

Zuschauer: 2406

Strafen: Roosters: 19 + 10 (Roy, Langwieder) + Matchstrafe (Wren); Frankfurt: 26 + 10 (Young, Ward, Kopitz).

Roosters: Maracle – Traynor, Dück; Danielsmeier, Schmidt; Wilford, Langwieder – Hock, Wolf, Martens ; Wren, Tapper, Sulkovsky ; Simon, Roy, Jones; Rupprich, Hommel.