Roosters spielen nur 55 Minuten gutes Hockey

Frankfurt Lions - Iserlohn Roosters 4:3 (0:0/1:3/3:0)

Frankfurt – Die Iserlohn Roosters mussten sich am Abend bei den Frankfurt Lions mit 3:4 geschlagen geben. Es war die sechste Pflichtspielniederlage in Serie. Trainer Steve Stirling setzte auf sein gesamtes Team, das ohne Tapper und Ready (Beechey und Traynor waren angeschlagen), 55 gute Eishockeyminuten zeigte, sich dann aber doch den Hessen geschlagen geben musste.

Das Auftaktdrittel bescherte bemerkenswertes. Nicht nur, dass die Sauerländer ihr bestes Eishockey seit Wochen spielten, jeder einzelne Akteur im blau-weißen Dress durfte sich über Eiszeit freuen. Das Engagement war entsprechend. Die Iserlohner hielten sich erstaunlich konsequent an ihr Defensivkonzept und zahlten auch in der dritten oder vierten Reihe spielend das Vertrauen des Trainerstabes zurück. Um für einen möglichen Ausfall von Paul Traynor gewappnet zu sein, entschied sich Steve Stirling dazu, mit sieben Verteidigern zu arbeiten, ließ Langwieder und erstmals auch Alex Dück an der Seite des hervorragenden Mark Ardelan durchspielen. Mit 11:5 Torschüssen nach den ersten zwanzig Minuten waren die Roosters auch offensiv die etwas druckvollere Mannschaft. Frankfurt an diesem Abend ohne den gesperrten Heerema und die verletzten Vorobjev, Osterloh und Wright aufgelaufen, hatte gelegentlich Probleme mit dem Tempo der Iserlohner mitzuhalten, konnte sich nur selten gefährlich vor Norm Maracle im Roosterstor in Szene setzen. Die besten Chancen hatten Hock (10.) und Wren (16.), beide scheiterten aber an Frankfurts Keeper Ian Gordon.

Fehlten im ersten Drittel einzig die Tore zu einem richtig guten Roostersspiel, holten die Iserlohner das im Mittelabschnitt nach. Ausgerechnet einem Trick des so oft glücklos agierenden Bobby Wren war der Sauerländer Führungstreffer zu verdanken. Hinter dem Tor stehend mogelte sich der kleine Kanadier auf die Torlinie rechts von Ian Gordons Kasten, sah, dass der Frankfurter Goalie ein wenig zu weit vor seinem Tor stand, spielte die Scheibe von hinten an seinen Schoner und jubelte (26.). Die Blau-Weißen waren zu diesem Zeitpunkt eindeutig die bessere Mannschaft und dominierten die Partie. Mark Ardelan erhöhte mit seinem ersten Roosterstreffer im zweiten Spiel auf 2:0. Beechey versorgte seinen neuen Teamkollegen mit einem guten Pass aus dem eigenen Drittel (33.). Zwar sorgte Slaneys Überzahl-Anschlusstor für ein paar ungeordnete Wechsel, dann aber fanden sich die Roosters wieder besser zurecht, bekamen kurz vor Ende des Mitteldrittels eine weitere Überzahlgelegenheit und nutzten sie. Hock, rechts neben dem Frankfurter Tor stehend, zog nach innen und verlud Gordon - 19 Sekunden vor der Pause stand es 3:1.

Diesen Vorsprung galt es im Schlussdrittel über die Zeit zu bringen – kein einfaches Unterfangen, machten die Frakfurter deutlich mehr Druck als in den ersten vierzig Minuten. Doch obwohl sich die Spielanteile verschoben, gelang den Hessen nicht einmal in Überzahl der frühe Anschlusstreffer. Stirling verzichtete phasenweise zurecht auf den angeschlagenen Beechey und ließ je länger das Match dauerte nur noch seine Top5-Verteidiger Defensiveinsätze fahren. Trotz der hervorragenden Arbeit gelang es den Sauerländern nicht den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Frankfurt drängte immer intensiver ins Roostersdrittel, schoss aus beinahe jeder Situation, schaffte Verkehr vor dem Tor und hatte mit dieser Taktik Erfolg. Treffer von Young in der 53. und 56. Minute sorgten erst für den Ausgleich, ein weiteres Überzahlspiel zugunsten der Hessen dann für den Erfolg. Taylors Treffer raubte den Roosters nicht nur drei wichtige Punkte, sondern stürzte die Mannschaft nach einem richtig guten Spiel in eine tiefe Frustphase.  


Die Statistik:

Roosters:  Maracle – Schmidt, Danielsmeier; Wilford, Traynor; Ardelan, Langwieder; Dück – Hock, Hommel, Wolf; Wren, Roy, Simon; Rupprich, Martens, Sulkovsky; Jones, Beechey.

Lions: Gordon – Biron, Arnstrong; Slaney, Kopitz; Bresagk, Ward – Taylor, Gawlik, Young; Hahn, Kavanagh; Langfeld; Oppenheimer, Danner, Wörle.

Tore: 0:1 (25:48) Wren (5:4); 0:2 (32:06) Ardelan (Beechey); 1:2 (33:59) Slaney (Kavanagh, Hahn/5:4), 1:3 (39:41) Hock (Wolf/5:4), 2:3 (53:25) Young (Armstrong), 3:3 (55:27) Young (Langfeld, Taylor), 4:3 (59:02) Taylor (Slaney, Biron/5:4)

Schiedsrichter: Dahle (Berlin).

Strafen: Lions: 16; Roosters: 16 + 10 (Hommel).

Zuschauer: 5900.