Endlich...
Iserlohn - Der Bann ist gebrochen. Nach sechs Pflichtspielniederlagen in Serie gewinnen die Roosters daheim drei wichtige Punkte und schossen sich gegen den ERC Ingolstadt den Frust von der Seele. Abseits des Spielgeschehens war es ohne Zweifel einer der ereignisreichsten Hockeyabende am Seilersee. Blau gegen Blau standen sich die beiden Teams vor dem ersten Bully gegenüber. Ingolstadt hatte den falschen Trikotsatz (Heim) mitgebracht und die Roosters mussten wechseln, spielten ihr Heimspiel in weißen Jerseys. Auch Roy und Beechey gingen zum Trikottausch, erst Minuten vorher war entschieden worden, dass sie überhaupt einsatzfähig sind. Außerdem fehlte Christian Hommel. Er hatte sich zwei Stunden vor dem Spiel entschuldigt, wurde Mitte des ersten Drittels Vater eines Jungen.
Jones vertrat Beechey in Reihe 1 neben Hock und Wolf und hatte so, nach einem hervorragenden Pass des Mannschaftskapitäns, eine der ersten Iserlohner Chancen im Auftaktdrittel (7.). Noch ging sein Schuss knapp am Tor des leicht erkälteten Jimmy Waite vorbei. Das sollte sich knapp 10 Minuten später ändern. Die Sauerländer lagen zu diesem Zeitpunkt nach einem Überzahltreffer der Panther durch Boucher (13.) 0:1 hinten und hatten nach guten Auftaktminuten ein paar Probleme, sich vom Rückstand zu erholen. Jones mogelte sich vor den Kasten von Waite, versuchte ihm bei einem Hock-Schuss die Sicht zu nehmen und hatte die Chance auf den Rebound. Am Boden liegend (!) lupfte „Jonsey“ die Scheibe über Waite ins Netz. Es war das erste Stürmertor seit seiner Verwandlung vom Verteidiger zum Angreifer – ein Treffer, den jeder Fan mit Roostersherz dem Eigengewächs gönnte. Doch damit nicht genug, den Roosters gelang es vor der Drittelpause sogar noch die Partie zu drehen. 54 Sekunden nach dem Ausgleich bereitete Ardelan im eigenen Drittel mit einem Pass auf Jimmy Roy die Führung vor. Der war über links ins Drittel der Panther geeilt, passte in die Mitte zum völlig frei stehenden Michael Wolf, der mit Saisontor Nummer 15 Waite keine Chance ließ. Sein platzierter Schuss ins obere rechte Eck war unhaltbar.
Diese Überlegenheit der Roosters setzte sich auch im Mitteldrittel zur Freude der Roostersfans fort. Danielsmeier per Schlagschuss von der blauen Linie (22.), Traynor in Überzahl (schoss die Scheibe mit voller Wucht durch das Tornetz!/26.) und zweimal Michael Wolf sorgten für einen 6:1-Zwischenstand nach zwei Dritteln. Ohne die Leistung der Roosters zu schmälern, muss man die Defensivleistung der Panther als Katastrophe bezeichnen. Die Iserlohner hingegen schossen sich zur Freude der anwesenden Fans den Frust von sechs Niederlagen von der Seele und dominierten den bayrischen Gegner nach Belieben. Auch in der Defensive wirkten die Sauerländer beeindruckend stabil. Statistisch bemerkenswert: Wolfs Treffer zum 6:1 war der 100. Treffer seiner DEL-Karriere bei den Sauerländern, Hock machte bis dato fünf Skorerpunkte in dieser Partie.
Im letzten Abschnitt schalteten die Iserlohner zwei Gänge zurück, fast hatte man den Eindruck ein bisschen zuviel des Guten. Ingolstadt wurde zur besseren Mannschaft und nutzte eine Unkonzentriertheit der Roosters zum 2:6. Gleich im Gegenzug aber traf Rupprich den Pfosten und weckte damit seine Mannschaft aus dem Dornröschenschlaf. Zwar mussten die Sauerländer noch einen weiteren Gegentreffer hinnehmen, letztlich aber brachte man den Erfolg locker über Zeit.
Die Statistik:
Roosters: Maracle – Wilford, Traynor; Schmidt, Danielsmeier; Ardelan, Langwieder; Dück – Hock, Jones, Wolf; Wren, Roy, Simon; Rupprich, Martens, Sulkovsky; Beechey.
ERC: Waite (ab 32:40 Vogl) – Ficenec, St.Jaques; Rourke, Holland; Draxinger, Bakos; Martinovic; Ast, Milroy; Boucher; Goodall, Keith; Greilinger; Seidenberg, Waginger, Röthke; Hinterstocker, Brandl, Daschner.
Tore: 0:1 (12:52) Boucher (Ast, Milroy/5:4), 1:1 (17:38) Jones (Hock), 2:1 (18:32) Wolf (Roy, Ardelan), 3:1 (21:25) Danielsmeier (Hock, Wolf), 4:1 (25:38) Traynor (Wilford, Hock/5:3), 5:1 (32:40) Wolf (Hock, Wren/5:4), 6:1 (34:44) Wolf (Hock, Jones), 6:2 (46:47) Bakos (Boucher, Milroy), 6:3 (56:29) Rourke (Röthke).
Schiedsrichter: Stephan Bauer (Nürnberg).
Strafen: Roosters: 12; ERC: 14.
Zuschauer: 2629.










