Wichtige Punkte in Frankfurt

Frankfurt Lions - Iserlohn Roosters 6:7 n.P. (1:1/3:3/2:2)

Frankfurt – Dank herausragender Leistungen von Bobby Wren und Ryan Ready sichern sich die Iserlohn Roosters in Frankfurt zwei wichtige Punkte. In der Defensive bleibt die Mannschaft weiter anfällig.

Mehr als passabel war nach Drittel 1 das Ergebnis. Mit einem 1:1 nach 20 Minuten konnten die Sauerländer bestens leben, wenn auch die spielerische Klasse beider Teams zu wünschen übrig ließ. Die Partie wirkte insbesondere in den Anfangsminuten zerfahren, beide Teams leisteten sich Fehlpässe und kleinere Unkonzentriertheiten. Schwach präsentierte sich Frankfurts Defensive, die gleich beim ersten schnellen Angriff der Roosters einbrach. Roy ging mit Wren und Ready durch die Lions-Deckung, hatte zuviel Platz – schoss und zimmerte die Scheibe unhaltbar zum 1:0 unter die Latte (4.). Dass die Hessen nur knapp drei Minuten später zum Ausgleich kamen, hatten sie weniger sich selbst als der Iserlohner Abwehrarbeit zu verdanken. Völlig frei kam Heerema vor Maracle zum Schuss, der zwar die Fanghand noch zur Scheibe brachte, die aber leider nicht mehr schließen konnte. So kam der Puck wieder heraus, und ging über die Fanghand ins Tor – 1:1 (7.). Weil es beiden Mannschaften gelang, sich danach vollkommen zu egalisieren, blieb es beim Unentschieden. Insbesondere die dritte Roostersreihe mit Simon, Beechey und Hommel/Danielsmeier (beide wechselten sich immer wieder ab) war deutlich druckvoller als noch am vergangenen Freitagabend.

Diese Reihe war es auch, die im Mitteldrittel außerordentliche Spielanteile erhielt. Der Grund, mal wieder einfach: Defensivfehler. Ready hatte die Roosters in Überzahl früh im Drittel erneut in Führung gebracht, ein genialer Gedanke von Bobby Wren wurde so belohnt (25.). Wieder konnten sich die Sauerländer aber nur 68 Sekunden über die Führung freuen, dann haute Classen im eigenen Drittel über die Scheibe und Langfeld traf zum erneuten Ausgleich. Es war der Anfang rabenschwarzer Iserlohner Defensivminuten. Noch zwei Mal leisteten sich die Blau-Weißen ähnlich dramatische Defensivpatzer und luden die Lions zur 4:2-Führung nach 30 Minuten ein. Stirling nahm zu Recht eine Auszeit und gab besagter, einfach spielender dritter Reihe besonders viel Eiszeit. Sie sorgte für Stabilität, die ein genialer Bobby Wren, vorher ebenfalls an einem Gegentor beteiligt, doch wieder in ein Unentschieden verwandelte. Beim 3:4 aus Roosterssicht düpierte ein langer Querpass über das gesamte Spielfeld die hessische Defensive. Roy legte die Scheibe im Lionsdrittel auf Wren, der hatte ein leeres Tor vor sich und jubelte. Und noch einmal durfte der kleine Kanadier seine große Hockeykunst zelebrieren. Eine Minute vor Ende des zweiten Abschnitts zog er über halbrechts ins Drittel der Gastgeber, orientierte sich in Richtung Tor, zwang Gordon zu einer Reaktion und legte die Scheibe fast von der Torlinie über den geschlagen am Boden liegenden Lions-Keeper hinweg zwischen die Pfosten. Größer können Offensiv-Licht und Defensiv-Schatten in nur zwanzig Eishockeyminuten nicht sein.

Zu Beginn des Schlussabschnitts allerdings hatten die Sauerländer das Momentum auf ihrer Seite. Zwar konnten sie das erste Überzahlspiel nicht nutzen, dann aber leisteten sich die Löwen ein Foul an Roy, Dahle zeigte die Strafe an, die Partie lief weiter. So hatte erneut Wren die Chance zum klugen Pass. Der kam tief aus dem Frankfurter Drittel halblinks in die Nähe der blauen Linie zu Paul Traynor, der per Schlagschuss zur erneuten 5:4-Führung traf (43.). Frankfurts glücklicher Ausgleich durch einen abgefälschten Schuss ließ bis zur 49. Minute auf sich warten. Diesmal aber ging kein Defensivfehler voraus, die Hessen hatten einfach Glück. Wieder aber sollte es Bobby Wren zu verdanken sein, dass die Roosters erneut in Führung gingen. Er stopfte Gordon die Scheibe durch die Schoner und machte seinen dritten Treffer an diesem Abend. Wer allerdings dachte, diesen kleinen Vorsprung könnten die Roosters über die Zeit schaukeln, sah sich getäuscht. Frankfurt in Überzahl traf in der 57. Minute zum erneuten Ausgleich. Taylors Schuss vom Außenrand des linken Bullykreises schien für Maracle unsichtbar. So ging es zum siebten Mal hintereinander für die Roosters in die Verlängerung. Weil es auch da keine Tore gab, musste erneut das Penaltyschießen die Entscheidung bringen.

Bemerkenswert die Leistung von Wren und Ready. Ready schoss im Spiel ein Tor selbst und war an vier weiteren direkt beteiligt, Wren machte selbst drei und bereitete die drei anderen Treffer vor.

Die Statistik:

Roosters: Maracle – Ardelan, Schmidt; Traynor, Wilford; Langwieder; Dück – Wren, Ready, Roy; Hock, Wolf, Classen; Simon, Beechey, Hommel; Danielsmeier, Gose.

Lions: Gordon – Armstrong, Slaney; Biron, Ward; Kunce; Hahn, Kavanagh, Langfeld; Taylor, Heerema, Young; Oppenheimer, Danner, Wörle; Gerbig, Gawlik.

Tore: 0:1 (03:59) Roy (Ready, Wren), 1:1 (06:58) Heerema (Taylor, Young), 1:2 (24:25) Ready (Wren, Roy/5:4), 2:2 (25:33) Langfeld (Hahn), 3:2 (28:24) Heerema (Young, Taylor), 4:2 (30:19) Langfeld (Hahn), 4:3 (34:38) Wren (Ready, Roy), 4:4 (39:00) Wren (Wolf, Schmidt), 4:5 (42:52) Traynor (Wren, Ready), 5:5 (48:07) Young (Heerema, Taylor), 5:6 (51:35) Wren (Ready, Schmidt), 6:6 (56:58) Taylor (Slaney, Biron/5:4), 6:7 (65:00) Ready (PS).

Penaltyschießen: Wren an TW; Heerema an TW; Ready 1:0; Taylor an TW; Roy an TW; Langfeld an TW.

Schiedsrichter: Heiko Dahle (Berlin)

Strafen: Lions: 6; Roosters: 6.

Zuschauer: 6800.