Mit einer Niederlage in die Pause

Iserlohn Roosters – ERC Ingolstadt 2:3 (1:2/0:1/1:0)

Iserlohn – Die Wende bleibt aus. Auch gegen den ERC Ingolstadt können sich die Iserlohn Roosters nicht ins Play-Off-Geschehen der Deutschen Eishockey Liga zurückkämpfen. Zwar mühte sich die Mannschaft vom Seilersee nach Kräften, die Panther aber brachten nach einem mäßigen Spiel einen knappen Vorsprung über die Zeit.

Experimente oder ungestüme Offensivaktionen waren in Drittel 1 trotz des Drucks nicht zu erwarten. Abermals zeigte das Team vom Seilersee grundsolides DEL-Eishockey, arbeitete hart und konzentriert. Doch schon bald sollte sich zeigen, dass die Iserlohner zumindest in den Anfangsminuten vom so schmerzlich vermissten Scheibenglück erneut zu wenig abbekommen hatten. Trotz eines 5:3-Überzahlspiels nach 120 Sekunden landete die Scheibe nach guten Aktionen der Gastgeber wieder nicht hinter der Linie. Die Panther hielten mit klugem Stellungsspiel dagegen und verhinderten eine frühe Roostersführung. Dass die Bayern ihrerseits in der 8. Minute über den ersten Treffer jubeln durften, hatte dann wirklich mit  Glück zu tun. Milroy traf die Scheibe, am linken Pfosten vor dem Roosterstor stehend, in der Luft und brachte sie über die Linie. Nur 59 Sekunden später aber glich Wolf nach einem schönen Hock-Pass von der Bande zentral vor Waite lauernd zum 1:1 aus (9.). Die Blau-Weißen waren zu diesem Zeitpunkt verdient im Match und mehr als nur gleichwertig, dennoch waren es erneut die Ingolstädter, die sich abermals in Front schossen. Diesmal nutzte St Jacques eine Schusschance von der blauen Linie, als ein Ingolstädter Stürmer und ein Roosters-Verteidiger dem gut spielenden Marcle die Sicht nahmen. So ging Ingolstadt mit einer Führung in den Mittelabschnitt, die Roosters aber blieben, das bewiesen ihre Chancen, im weiteren Spielverlauf dran.

Genutzt hat es dennoch nicht, denn auch im zweiten Drittel versenkte nur eine Mannschaft den Puck im gegnerischen Tor, die Panther. St Jaques nutzte eine weitere Überzahlgelegenheit und traf in der 25. Spielminute zum 3:1. Die Fans („Wir wollen Euch kämpfen sehn!“) gerieten teils in Rage, waren unzufrieden mit dem Spiel der Roosters. Das Bemühen, der Kampfeswille aber war den Roosters nicht abzusprechen, nur der Ertrag war gleich null. Immer, wenn sich die Blau-Weißen hervorragende Chancen erarbeitet hatten, vertändelten sie die Scheibe und mussten neu aufbauen. Die beste Chance im Mitteldrittel hatte Ben Simon (spielte mit Vollvisier, da er beim Training einen Puck ins Gesicht bekommen hatte) in der 31. Spielminute. Sein Sturmlauf auf den Kasten der Panther endete zwar mit dem Puck im Ingolstädter Tor, Keeper Jimmy Waite aber hatte vorher den Kasten verschoben. So brachte auch der beantragte Videobeweis nicht die erhoffte Erlösung und den Anschlusstreffer für die Sauerländer.

Weil sie auch im Schlussdrittel nicht kam, geht’s für die Roosters mit viel Frust und Enttäuschung in die zehn Tage dauernde Nationalmannschaftspause. Ingolstadt wäre schlagbar gewesen, die Psyche und Physis der Roosters aber ließ mehr nicht zu. Ben Simon war es zu verdanken, dass überhaupt noch einmal Hoffnung aufkommen sollte. Sein Anschlusstreffer in der 51. Minute brachte die Sauerländer zumindest ein wenig zurück in die Partie. Von der Bande kam der Pass auf Simon in die Mitte, der gegen die Laufrichtung Waites die Scheibe im Tor versenkte. Der Ausgleich sollte trotz weiterer Gelegenheiten aber nicht gelingen. Nach der Pause hat das Team vom Seilersee noch acht Spiele Zeit ausreichend Punkte für die Play-Offs zu sammeln. Jedes Spiel aber wird zum echten Endspiel werden.

Die Statistik:
 
Roosters: Maracle – Ardelan, Schmidt; Traynor, Wilford; Langwieder; Dück – Wren, Ready, Roy; Hock, Wolf, Beechey; Simon, Classen, Hommel; Rupprich.
 
Ingolstadt: Waite – Holland, Bakos; St. Jacques, Ficenec; Daschner, Draxinger; Martinovic – Seidenberg, Milroy, Greilinger; Goodall, Hinterstocker, Keith; Sarault, Higgins, Röthke, Boucher.
 
Tore: 0:1 (07:27) Milroy (Ficenec, Seidenberg/5:4), 1:1 (08:26) Wolf (Hock, Beechey), 1:2 (15:25) St. Jacques (Goodall, Hinterstocker/5:4), 1:3 (24:50) St Jacques (Boucher/5:4), 2:3 (50:36) Simon (Classen, Wolf).
 
Schiedsrichter: Christian Oswald (Kaufbeuren)
 
Strafen: Roosters: 14; Ingolstadt: 14.
 
Zuschauer: 4099.