Roosters siegen auch in Kassel

Kassel – „Ich bin zufrieden, die Mannschaft hat sich gefunden und harmoniert als Einheit“, sagte Cheftrainer Uli Liebsch nach den beiden Siegen in den Wochenendspielen. Jeder einzelne Neuzugang habe DEL-Niveau bewiesen und das wäre das Wichtigste. Nach dem Heimsieg gegen die DEG Metro Stars am Freitag entschieden die Roosters gestern auch ihr Auswärtsspiel in Kassel für sich.

Per Aufstellung an den Freitag erinnert, fühlte man sich nur in den ersten knapp sieben Minuten. Orendorz ersetzte mit deutlich mehr Spielanteilen den an der Schulter geprellten Marty Wilford, Czernohous und Kracht vertraten Roy und Ready (beide Leistenprobleme). Dann, in der siebten Spielminute nahmen gleich zwei Huskies Stürmer Brian Swanson per Check in der neutralen Zone in Sandwichposition. Weil der sich als Würstchen in der Mitte unwohl fühlte, aber gar nicht so schnell reagieren konnte, schnappte sich Reihenkollege Christian Hommel einen der beiden Huskie-Checker und vermöbelte den nach Kräften, kassierte dafür aber auch eine Matchstrafe. Damit ist er mindestens für ein weiteres Vorbereitungsspiel gesperrt. Weil sich beide Teams auch im Verlauf noch mehr Undiszipliniertheiten leisteten, wurde es ein munteres, kampfbetontes Match zweier engagierter Teams. Die beste blau-weiße Roosterschance hatte Michael Wolf in Unterzahl (8.), als er allein auf den Kasten von Huskie-Goalie Stephen Ritter zulief und an dessen Schonern scheiterte. Lange blieb es, trotz besserem Chancenverhältnis zugunsten der Huskies, beim 0:0 bis Tallaire in den Schlusssekunden des ersten Drittels, alleingelassen vor dem Roosterstor, Danny aus den Birken die Scheibe über den Schoner lupfte. Der bis dato absolut fehlerfrei spielende Roostersgoalie hatte in dieser Situation nicht den Hauch einer Chance.

Erneut umgestellte Reihenformationen machten zu Beginn des Mitteldrittels Sorgen. Weil von Feinabstimmung keine Rede mehr sein konnte, die Roosters aber auch konditionell nachzulassen schienen, übernahmen zunächst die Huskies die Initiative. Collin Danielsmeiers halbhoher Traumpass auf Quinn Hancock änderte dann die Kräfteverhältnisse. Der neue Kanadier der Roosters nahm die Scheibe aus der Luft, legte sie sich vor, wartete und schob die Scheibe an dem am Boden liegenden Huskie-Goalie vorbei in die Maschen – 1:1 (29.). So wurden die Iserlohner wieder stärker, hatten Chancen, nutzten aber selbst beste Gelegenheiten nicht zur Führung. Wolf und Insana scheiterten sogar bei doppelter Überzahl in den Schlusssekunden.

Im Schlussabschnitt machte dann Talent den Unterschied. Die Roosters, von der ersten Sekunde an die überlegter agierende Mannschaft, konnten schon nach drei gespielten Minuten jubeln. Hancock nach einem schönen Doppelpass mit Robert Hock lief von halblinks auf das Huskie-Tor zu und lupfte die Scheibe unhaltbar und mit viel Gefühl zur Führung unter die Latte. Als Langwieder knapp sechs Minuten später mit einem Schlagschuss in den oberen rechten Winkel des Kasseler Tors traf, war die Partie eigentlich entschieden. Zwar bemühten sich die Gastgeber, kämpften, schafften noch den 2:3-Anschlusstreffer durch Damon (56.) – am Ende aber brachten die Roosters trotz aller Ausfälle (am Ende auch noch Mads Christensen/Leiste) den Sieg über die Zeit.