Roosters siegen am Main

Frankfurt Lions - Iserlohn Roosters 3:4 n.P. (0:2/2:0/1:1)

Frankfurt – Mehr als winken war nicht drin. Gerade aus dem Krankenhaus entlassen, flitzte Michael Wolf direkt zum Seilersee, um seine Mannschaft vor der Abfahrt nach Frankfurt zu verabschieden. An einen Einsatz war bei ihm, genauso wie beim zweiten Topstürmer der Roosters, bei Quinn Hancock, nicht zu denken. Trotzdem scheinen die Worte Wunder gewirkt zu haben, denn mit Unterstützung von rund 200 mitgereisten Fans reichte es am Main für die Roosters zu einem verdienten Erfolg nach Penaltyschießen.

Auch ohne die drei Verletzten hätte das Auftaktdrittel aus Roosterssicht nicht besser beginnen können. Cheftrainer Liebsch hatte, wie schon in der Schlussphase des Freitagabends, aus Hock, Christensen und Daniel Sparre, eine Verlegenheitsreihe gebildet, die allerdings hervorragendes Eishockey zeigte. Schon nach wenigen Sekunden hämmerte Daniel Sparre die Scheibe nach einem Hock-Pass knapp am Tor von Ian Gordon vorbei. Zum ersten Mal jubeln, durften die Sauerländer nach 248 Sekunden. Swanson, von Ready herrlich angespielt, verlud am kurzen Pfosten stehend die Lions-Defensive und traf zum 1:0 (5.). Überrascht von der starken Iserlohner Offensivleistung wirkten die Hessen beeindruckt und kassierten nur 38 Sekunden später sogar das 2:0. Daniel Sparre spielte einen wunderschönen Pass auf Christensen, der Gordon ebenfalls keine Chance ließ. Frankfurt stabilisierte sich zwar in den nächsten Minuten, versuchte mit guten Angriffszügen das Tor der Roosters unter Druck zu setzen, scheiterte aber immer wieder am hervorragenden Danny aus den Birken. Nur einmal, die Blau-Weißen waren gerade in Unterzahl, half der Pfosten den Iserlohnern. Richtig schlecht präsentierten sich die Sauerländer nur in den beiden einzigen Überzahlminuten. Da kam das Liebsch-Team überhaupt nicht ins Spiel. Weil die Defensive aber gerade in Unterzahl umso besser funktionierte, blieb es nach einem tollen ersten Roostersdrittel beim 2:0.

Dass die Iserlohner die deutlich bessere Mannschaft waren, änderte sich auch zu Beginn des zweiten Drittels nicht. Hock und Co. bestimmten das Spiel, eine frühe Strafe gegen Jimmy Roy nutzten die Gastgeber aber zum 1:2-Anschlusstreffer. Nur sieben Sekunden brauchten die Lions vom Bullygewinn bis zum Torjubel nach einem halbhohen, nicht zu haltenden Schuss von Frankfurts Ulmer (26.). Frankfurt wurde stärker, weil die Roosters schwächelten, sich mit kleinen Unkonzentriertheiten das Leben selbst schwer machten. Tenutes Pfostenschuss in der 33. Spielminute war noch Warnung, Ulmers satter Schuss vom Außenrand des rechten Bullykreises schlug dann erneut halbhoch im Tor der Sauerländer ein. (35.). Trotz des erneuten Rückschlags und weiterer Frankfurter Gelegenheiten aber, kämpften die Roosters weiter und wären fast noch mit der erneuten Führung belohnt worden. Christensen hämmerte, so sagte es Schiedsrichter Jablkov, nach einer tollen Körpertäuschung den Puck aber nicht ins Tor, sondern nur an die Latte. Der Wille war da, nur blieb die Frage offen, ob die Sauerländer das hohe Tempo und die Leistungsträger die vielen Doppelschichten bis zum Ende würden durchhalten können.

Anfänglich war das kein Problem. Auf und ab ging das Spiel, beide Teams versuchten nicht zu viel zu riskieren, um nicht den entscheidenden Fehler zu machen. Als Young nach exakt sieben Minuten im Schlussdrittel auf die Strafbank musste, war die erste Chance gekommen und die Sauerländer nutzten sie. Nach toller Vorarbeit von Christensen machte Daniel Sparre das 3:2 für den IEC (48.). Die Freude über die Führung aber dauerte allerdings nur 50 Sekunden, dann traf Periard, bei angezeigter Strafe gegen die Iserlohner, mit einem Schuss zum erneuten Ausgleich. Weil die Sauerländer in den Schlussminuten noch zwei Unterzahlsituationen mit toller Einstellung überstanden, rettete sich das Team vom Seilersee verdient in die Verlängerung.

Da hatten die Roosters gut, hatten sogar Überzahl, kassierten aber einen Konter und den vermeintlichen Gegentreffer nach knapp drei Minuten. Weil einer der beiden Linesmen aber auf Abseits entschied, blieb die Partie offen und ging nach fünf Minuten ins Penaltyschießen.

Hier traf in der fünften Runde Kris Sparre zum entscheidenden 4:3. Torhüter Danny aus den Birken hielt drei Mal gegen die Lions und das in seinem allerersten DEL-Penaltyschießen.


Die Statistik:
 
Lions: Gordon – Angell, Periard; Slaney, Blanchard; Bresagk, Osterloh – Hahn, Langfeld, Polaczek; Tenute, Ulmer, Young; Gawlik, Danner, Wörle; Kopitz, Oppenheimer, Kunce.

Roosters:  Aus den Birken – Wilford, Ardelan; Schneider, Langwieder; Danielsmeier, Insana – Hock, D.Sparre, Christensen; Swanson, Ready, Roy; Rupprich, Hommel, K.Sparre; Taube.

Tore: 0:1 (04:08) Swanson (Ready, Insana), 0:2 (04:43) Christensen (D. Sparre, Langwieder),  1:2 (25:45) Ulmer (Angell/5:4), 2:2 (34:31) Ulmer (Hahn, Young), 2:3 (47:54) Daniel Sparre (Christensen/5:4), 3:3 (48:44) Periard (Ulmer, Angell/6:5),  3:4 (65:00) Kris Sparre (PS)

Penaltyschießen: Christensen 1:0, Tenute 1:1, Hock an TW, Ulmer an TW, Swanson an TW, Hahn an TW – Tenute schießt vorbei, Christensen an TW, Angell an TW, Kris Sparre 2:1.

Schiedsrichter: Jablukov (Berlin)
 
Strafen: Lions: 16; Roosters:14.
 
Zuschauer: 5900.