Hock war der Matchwinner

Hannover Scorpions – Iserlohn Roosters 4:5 n.V. (2:0/1:2/1:2)
 
Hannover – Robert Hock ist an diesem Sonntag der „König von Hannover“! Nach einem schlechten ersten Drittel der Sauerländer nimmt der Teamkapitän der Roosters die Partie in die Hand, sorgt für die Wende und mit seinem Tor in der Verlängerung für den am Ende verdienten Sieg. Dank toller Mitspieler in der ersten Reihe lässt er die Blau-Weißen feiern.
 
Wenn Worte keine Wirkung haben… Gesprochen haben die Sauerländer in der vergangenen Woche über ihre Nürnberger Auswärtsleistung, allein die Erkenntnis fehlte im Auftaktdrittel, wie man damit umgehen sollte. 0:2 lagen die Blau-Weißen nach 20 Minuten hinten, mussten sich definitiv fragen lassen, warum nach drei Stunden Bustour gen Niedersachsen die Beine genauso müde wirkten, wie nach einer Bayernfahrt. Zugegeben, Hannover spielte aggressiv und war im Gegensatz zu den Roosters im Rhythmus, hatte außerdem das taktische Element des Forecheckings für sich entdeckt. Vielleicht auch davon überrascht, ließen sich die Iserlohner zu oft in der Defensive einschnüren und kamen oft erst dann an der gegnerischen blauen Linie an, als der Gegner sein Abwehrbollwerk schon aufgebaut hatte. Wirklich gefährliche Torchancen waren deshalb Mangelware. Hannover dagegen machte es besser. Erst nutzte Mitchell einen Überzahl-Rebound, dann Boos einen Fehlpass im Roostersspiel mitten im Hannoveraner Drittel. Der Scorpions-Kapitän schob die Scheibe auf Cottreau, der den Turbo einschaltete, die beiden zu weit auseinander stehenden Roosters-Defender an der blauen Linie überlief und den Puck unter die Latte hämmerte. Ein wunderschöner Shorthander, leider auf der falschen Seite erzielt. Uli Liebsch war, das bemerkte man am Kopfschütteln, mächtig sauer.
 
Ab dem Mittelabschnitt machte es seine Mannschaft dann vielleicht auch wegen der Kabinenpredigt deutlich besser. Hocks Lattenkracher nach knapp 24 Minuten leitete zumindest eine Mini-Wende in der Partie ein. Die Roosters präsentierten sich laufbereiter, gewannen zwar immer noch nicht so viele Zweikämpfe wie nötig, zeigten sich dafür aber sicherer im Kombinationsspiel. Dass sie dafür belohnt wurden, war in erster Linie Robert Hock zu verdanken. Der Mannschaftskapitän erhöhte den Druck und leitete gemeinsam mit Michael Wolf den Anschlusstreffer ein (32.). Beide zogen im Hannoveraner Drittel die Scorpions-Verteidiger hinter das Tor, Hancock lief sich vor dem Kasten frei und ließ Ziffzer keine Chance. Nur 54 Sekunden später sorgte aber ein Defensivfehler in der Roostersdeckung für Kathans 3:1. Dadurch aber ließen sich die Iserlohner nicht vom  Kurs abbringen – Hocks 2:3, von Ardelan mit einem guten Zuspiel eingeleitet, hielt die Partie offen und die Roosters auch zu Beginn des letzten Drittels im Spiel.
 
Hannovers Undiszipliniertheiten und eine immer stärker werdende erste Reihe der Iserlohner ließen die Partie zugunsten der Gäste kippen. Zunächst sorgte Wolf nach einem Foul im Fallen für den 3:3-Ausgleich (46.), dann traf Insana sogar zum Iserlohner 4:3 (53.) – das Match hatte sich gedreht. Nach einem Bandencheck von Schneider aber sollten die Hannoveraner noch einmal zurück ins Match kommen. Zach nahm Goalie Ziffzer vom Eis, brachte den sechsten Mann und hatte Erfolg. Goc hämmerte die Scheibe an aus den Birken vorbei zum 4:4 ins Netz (59.) Mit diesem Ergebnis ging es in die Verlängerung – die die Roosters jubelnd beenden durften. Hocks Bauerntrick landete nach 4:22 im Hannoveraner Tor. Der Kapitän war Matchwinner und hatte einen wirklich perfekten Tag.
 
 
Die Statistik:
 
Scorpions: Ziffzer – Brimanis, Köttstorfer; Goc, Mondt; Köppchen, Baumgartner; Reiß – Hlinka, Mitchell, Dzieduszycki; Vickingstad, Dolak, Kathan; Boos, Wolf, Cottreau; Festerling, Krüger, Blank.
 
 
Roosters:  Aus den Birken – Ardelan, Wilford; Danielsmeier, Insana; Schneider, Langwieder – Hock, Wolf, Hancock; Swanson, Ready, D. Sparre; Christensen, K.Sparre, Hommel; Rupprich.
 
Tore: 1:0 (04:07) Mitchell (Dzieduszycki/5:4), 2:0 (14:50) Cottreau (Boos/4:5), 2:1 (31:24) Hancock (Wolf, Hock), 3:1 (32:18) Kathan (Dolak, Vikingstad), 3:2 (37:36) Hock (Ardelan, Wilford), 3:3 (45:27) Wolf (Christensen, Wilford/5:4), 3:4 (52:11) Insana (Hock, Christensen), 4:4 (58:36) Goc (Dolak, Boos/6:5), 4:5 (64:22) Hock (Wolf, Wilford).
 
Schiedsrichter: Bauer (Höchstadt)
 
Strafen: Hannover: 14; Roosters: 12 + 10 (Schneider).
 
Zuschauer: 3327