Sensationelle Roosters zwingen Hamburg in die Knie

Iserlohn. – Die Roosters können sich über ein mehr als perfektes Eishockey-Wochenende freuen, das vielen Fans gewiss noch lange in Erinnerung bleiben wird. Nach dem beeindruckenden 4:0-Erfolg am Samstag in Köln, haben die Iserlohner in fast schon sensationeller Art und Weise die Hamburg Freezers mit 8:3 „abgefertigt“.


Von der ersten Minute an waren die Roosters am Drücker. Solch ein erstes Drittel erlebt man wahrlich nicht alle Tage, sieben Tore fielen allein im ersten Spielabschnitt, fünf davon innerhalb von acht Minuten. Die Roosters ließen von Beginn an keine Zweifel aufkommen, dass sie die Freezers ohne Punkte zurück in den Norden schicken wollen. Schon nach neun Sekunden traf Jimmy Roy den Torpfosten, Michael Wolf scheiterte ebenso knapp an Hamburgs Goalie Jean-Marc Pelletier (5.). Die Gäste waren gewarnt, der Torreigen konnte beginnen.

Mads Christensen lauerte am linken Torpfosten, bekam mustergültig das Zuspiel von Daniel Sparre und traf zur 1:0-Führung (6.). Aus dem Bullykreis zog dann wenig später Jan Taube ab, der Puck fand den Weg ins Tor und die Sauerländer jubelten zum zweiten Mal (9.). In Überzahl sorgte Michael Wolf dann bereits nach zehn Minuten für eine Vorentscheidung. Robert Hock spielte den Puck von der Torlinie auf den völlig frei stehenden Wolf, der aus fünf Metern Torentfernung traf (10.). Erstaunlich, wie system- und orientierungslos die Freezers am Seilersee agierten. Ganz anders die Roosters. Nach dem kräftezehrenden Spiel am Samstag in Köln, zeigten sich die Iserlohner spielfreudig und topfit. Ganz zur Freude der 3.445 Zuschauer. An weiteren Torchancen mangelte es beim IEC nicht. Roy traf zum zweiten Mal den Pfosten (11.) und Christensen scheiterte mit der Rückhand an Pelletier. Der vierte Treffer lag in der Luft,  das dritte Überzahlspiel für das Liebsch-Team kam da gerade recht. Michael Wolf traf aus dem Bully-Kreis heraus zum 4:0 und beendete damit den Arbeitstag für Pelletier, der seinen Platz im Hamburger Tor für Martin Fous räumen musste. Gerade eingewechselt, wurde dieser zum ersten Mal bezwungen. Stephen Rupprichs Schuss von der blauen Linie ging ins Schwarze. „Schießt sie aus der Halle“, schallte es von den Rängen. Aber auch die Freezers meldeten sich in diesem Drittel zu Wort. Fast schon überraschend traf Loopi für Hamburg (18.) - mehr als statistischen Wert besaß dieser Treffer zu diesem Zeitpunkt aber nicht. Denn gerade einmal sieben Sekunden später stellte Brian Swanson den alten Abstand wieder her (18.).

Das große Aufbäumen der Freezers war im Mitteldrittel nicht zu erkennen. Die Roosters schalteten verständlicherweise einen Gang zurück, hatten die Partie aber dennoch unter Kontrolle und kamen weiter zu Torchancen, wie Christian Hommel, der nur den Pfosten traf (25.). Besser machte es Roy, der einen Pass von Swanson vor der blauen Linie annahm, auf Fous zulief  und den Puck dann dessen Beine in das Hamburger Tor schoss (28.). Jetzt schwappte die „LAOLA-Welle“ durch die Eissporthalle am Seilersse und das Publikum kochte vor Freude über, als Mark Ardelan bei 4:3-Überzahl abzog und das achte Roosters-Tor erzielte. Wahnsinn! Auf der Gegenseite zeigte Sebastian Stefaniszin gute Reflexe, als es Biron und Ratchuck in Überzahl (37.) probierten. Auch wenig später scheiterte Biron an Stefaniszin (35.). Ganz erfolglos blieben die Hanseaten im Mitteldrittel aber nicht. Im Powerplay zeigte sich Jason King erfolgreich, nachdem der Puck vom Schlittschuh Lookers direkt vor seinen Schläger sprang (36.).

Als Schiedsrichter Looker zum letzten Drittel bat, war die Partie längst entschieden, so dass für die Roosters Gelegenheit bestand, Kräfte zu sparen. Trotzdem hätten sie noch nachlegen können, in Unterzahl scheiterte Jimmy Roy nur knapp an Fous und hätte vermutlich in diesem Moment besser auf den mitgelaufenen Hancock gespielt (51.). Aber Übel nahm das dem Kanadier niemand in der Eissporthalle. Auch über Hamburgs dritten Treffer, Paul Manning traf in Überzahl (53.), konnte bei diesem Spiel wohlwollend hinweggesehen werden. Stattdessen überwog die Freude über ein erfolgreiches Wochenende.


Iserlohn Roosters  Hamburg Freezers 8:3 (6:1;2:1;0:1)

Iserlohn Roosters: Stefaniszin – Insana, Danielsmeier; Ardelan, Wilford ; Schneider, Landwieder – Ready, Swanson, Roy; Wolf, Hock, Hancock; Sparre, Christensen, Sparre; Rupprich, Jones, Hommel; Taube.

Tore: 1:0 (5:44) Mads Christensen (Daniel Sparre, Kris Sparre); 2:0 (8:33) Jan Taube (Christian Hommel, Andy Schneider); 3:0 (9:55) Michael Wolf (Robert Hock - PP); 4:0 (12:03) Michael Wolf (Robert Hock, Mads Christensen - PP); 5:0 (12:41) Steven Rupprich (Christian Hommel); 5:1 (17:47) Matias Loppi (Jason King); 6:1 (17:54) Brian Swanson (Collin Danielsmeier, Jon Insana); 7:1 (27:18) Jimmy Roy (Brian Swanson, Andy Schneider); 8:1 (30:14) Mark Ardelan (Michael Wolf, Mads Christenden - PP); 8:2 (35:52) Jason King (PP); 8:3 (52:16) Paul Manning (Jason King, Matias Loppi – PP).

Schiedsrichter: Rick Looker

Strafzeiten: Iserlohn 12 – Hamburg 20

Zuschauer: 3.445