Tolles Spiel wurde nicht belohnt
Berlin – Diese Tour nach Berlin war wirklich die Reise wert. Obwohl die Iserlohn Roosters abends eine weitere, nicht unerwartete Niederlage beim Topteam aus der Hauptstadt kassierten, zeigten die Sauerländer an der Spree eine hervorragende Leistung. Ein Überzahlspiel, ein einziger individueller Fehler und ein Treffer ins leere Tor reichten den starken Eisbären zum Erfolg. Talent, nicht Arbeitseinsatz oder Kampfeswille machte an diesem Abend den kleinen Unterschied im besten Berlin-Match der Roosters seit vielen Jahren.
Positiv der Beginn: Busfahrt und Stau bescherten den Blau-Weißen im Auftaktdrittel keine Sorgen. Konzentriert und gewarnt vor den Stärken des deutschen Meisters aus der Hauptstadt kam das Roostersteam aus der Kabine, zeigte schon nach 35 Sekunden ein passables Überzahlspiel mit vier Schüssen und einem Alleingang von Hock auf das Eisbären-Tor. Auch der Rest des Roosters-Drittels blieb mehr als akzeptabel. Nur einmal konnten die Berliner das altbekannte Tempo-Spiel im gegnerischen Drittel so aufziehen, aber dank Sebastian Stefaniszin nicht über das 1:0 jubeln. Auch T.J. Mulocks Schuss an den Pfosten (16.), von vielen Beobachtern schon als 1:0 gefeiert, fand keine Anerkennung bei Schiedsrichter Schimm. Der schaute sich lange den Videobeweis an und entschied dann: kein Tor. Weil auch Roys Pfostenschuss in der zwölften Spielminute nur Metall und nicht das Tornetz innen berührte, blieb es beim 0:0 nach dem ersten Abschnitt. Immer, wenn es wirklich brenzlig wurde, gelang es den Roosters sich aus der Berliner Umklammerung zu befreien. Blieb die Frage, welcher Trainer in Pause Nummer 1 die besseren taktischen Finessen ans Team weitergeben sollte.
Es war leider Don Jackson. Er passte das Spiel seines Teams individuell dem der Sauerländer an und erhöhte damit den Druck im Gästedrittel und auf den Kasten von Sebastian Stefaniszin. Dass die Eisbären allerdings schon nach 2:44 Minuten mit 1:0 in Führung gehen sollten, hatte damit noch nichts zu tun. Insana hatte eine unnötige Strafe wegen eines Crosschecks kassiert, sein Team gut Unterzahl gespielt, dann aber stocherte Berlins Walker die Scheibe von Schneiders Rücken aufs Eis fallend, über die Linie – eine Unterzahlsekunde stand zu diesem Zeitpunkt noch auf dem Videowürfel. Im weiteren Verlauf übernahmen die Gastgeber dann immer mehr die Initiative waren die deutlich bessere Mannschaft. Diese Überlegenheit aber resultierte weniger aus dem Spiel der Blau-Weißen, sondern aus dem einzelnen Talent der Berliner Topreihen. Die erstickten viele Iserlohner Ideen im Keim und entwickelten, selbst seit Jahren eingespielt, tolle Angriffszüge. Weitere Tore fielen allerdings nicht. Zum einen stand Stefaniszin gut im Roosterstor, zum anderen half das Glück den hart arbeitenden Gästen.
Ein individueller Fehler im Schlussdrittel entschied dann die Partie. Tyson Mulock konnte sich im Drittel der Roosters von seinen Gegenspielern lösen, ging allein in Richtung Tor, zwang Stefaniszin auf den Hosenboden und traf aus zwei Metern zum 2:0 (44.). Roy hatte die Gefahr zwar kommen sehen, eilte hinter dem Tor stehend herbei, konnte Tyson Mulock aber nicht mehr stoppen. Zwar hatten die Roosters noch zweimal in Überzahl die Chance zum Anschlusstreffer, kamen aber auch mit 6:4-Feldspielern nicht an Robert Zepp im Berliner Tor vorbei. Der Berliner 3:0-Treffer ins leere Tor hatte letztlich, drei Sekunden vor Schluss, nur noch statistische Bedeutung.
Die Statistik:
Eisbären: Zepp – Roach, Baxmann; Regehr, Hördler; Walser, Degon – Pederson, Walker, Busch; Ustorf, T.J. Mulock, Friesen; Felski, Tyson Mulock, Rankel; Hahn, Daniel Weiß, Alexander Weiß.
Roosters: Stefaniszin – Danielsmeier, Insana; Ardelan, Wilford; Schneider, Langwieder – Swanson, Ready, Roy; Hock, Wolf, Hancock; Christensen, D. Sparre, K.Sparre; Rupprich, Hommel, Jones.
Tore: 1:0 (22:44) Walker, 2:0 (43:57) Tyson Mulock (Hördler), 3:0 (59:57) Friesen.
Schiedsrichter: Willi Schimm (Waldkraiburg)
Strafen: Eisbären: 16 + 10 (Busch, Friesen); Roosters: 12.
Zuschauer: 14.200 (ausverkauft).










