Roosters kassieren weitere Niederlage vor der Pause
Foto:
Hendrik Klein Iserlohn – Die Iserlohn Roosters gehen mit einer Niederlage in die Deutschlandcup-Pause. Trotz einer anfänglich hervorragenden Leistung musste sich das Team von Cheftrainer Uli Liebsch den Nürnberg Icetigers mit 2:3 geschlagen geben. Nicht mangelnder Einsatzwille oder Kampfkraft machte an diesem Abend den Unterschied, sondern Selbstvertrauen. Das hatten die Roosters in den letzten Partien verspielt. Von der offensivstärksten Mannschaft der Liga war zur Nationalmannschaftpause nicht mehr viel zu sehen.
Die Verwandlung. Endlich wieder im Roostersstyle kam das Team der Sauerländer vom ersten Moment der Partie an aus der Kabine. Beschrieb man vor zwei Wochen den eigenen Stil als aktiv, kämpferisch, mit schnellen Beinen und druckvollem Forechecking, so zeigte die Mannschaft von Cheftrainer Liebsch in den ersten 20 Minuten jedes einzelne dieser Attribute in Perfektion. Dass man trotzdem ohne Treffer blieb, könnte ebenfalls die momentane Roosterssituation nicht besser charakterisieren. Die Blau-Weißen erarbeiteten sich Gelegenheit um Gelegenheit, scheiterten aber entweder am hervorragenden Ehelechner im Icetigers-Tor oder dem eigenen Abschlusspech. Ob Wolf, Daniel Sparre, Hancock, Swanson, Hock oder Roy – alle hatten gute Chancen, die Scheibe aber ging nicht über die Linie. Nürnberg selbst vom Druck der Roosters frustriert, packte, je länger der erste Abschnitt dauerte, die rustikale Spielweise aus. Allein die zwei Checks von Ask gegen Hock, hätten auch härtere Strafen nach sich ziehen können. Die trafen nur die Roosters. Neuzugang Giuliano spielte mit zu hohem Stock, traf Spang im Gesicht und kassierte zu Recht zwei Minuten. Als der Nürnberger schon auf dem Weg in Richtung Bank war, fiel den Unparteiischen auf, dass sie gar nicht geschaut hatten, ob der Gästeverteidiger verletzt war oder nicht. Da er vermeintlich nach Giulianos Stocktreffer blutete, verwandelte das Schiri-Duo Schütz/Vogl die Zwei-Minuten-Strafe in eine Spieldauerdisziplinarstrafe.
Gleich zu Beginn des Mittelabschnitts wurde Nürnbergs Gangart bestraft. Savage leistete sich einen Kniecheck gegen Nationalstürmer Michael Wolf, der glücklicherweise unverletzt blieb. Auch in diesem Fall entschieden die Unparteiischen auf Spieldauerdisziplinarstrafe. Offenbar war dieser Moment für die Icetigers Warnung genug. Das Spiel wurde fairer, das Toreschießen für die Roosters trotz Überzahl aber nicht einfacher. Statt endlich mal den Puck im gegnerischen Kasten unterzubringen, leisteten sich die Iserlohner ihr drittes Shorthanded-Goal im dritten Spiel hintereinander und lagen unverdient nach einem Treffer vom Außenrand des Bullykreises 0:1 hinten (27.). Nur etwas mehr als eine Minute später aber glich Christensen nach einem Traumzuspiel von Hock, noch immer in Überzahl spielend, zum 1:1 aus. Auch im weiteren Verlauf waren die Blau-Weißen das bessere Team und wurden endlich mal wieder für ihren Einsatz belohnt. Roy spielte die Scheibe auf Ready, der mit einem Schuss vom Außenrand des rechten Bullykreises zum 2:1-Führungstreffer (38.) traf. Hoffentlich ist damit endlich mal wieder der Knoten geplatzt.
Ready eröffnete mit einer schönen Einzelaktion den Iserlohner Offensivdrang im Schlussdrittel, scheiterte aber wie später auch Hancock, Roy und Wolf an Ehelechner, der ohne Zweifel an diesem Abend der beste Spieler der Gäste war. Trotz der Gelegenheiten blieb die Partie eng und weil es oft bestraft wird, wenn man seine Chancen nicht nutzt, kassierten die Sauerländer in der 50. Minute den 2:2-Ausgleich. Brad Leeb hatte in der Iserlohner Defensive zu viel Platz und konnte Aus den Birken, der auch ein gutes Match machte, überwinden. Weil das Selbstvertrauen der Sauerländer vor allem nach dem zweiten Nürnberger Treffer deutlich in den Keller ging, kam, was kommen musste: Knapp drei Minuten vor dem Ende erzielten die Gäste sogar noch den Siegtreffer, unverdient zwar, in der aktuellen Situation aber läuft für die Sauerländer gar nichts nach Plan. Zwar mühte sich die Liebsch-Mannschaft bis zur letzten Sekunde, der Ausgleich aber wollte nicht mehr fallen. Nach neun Niederlagen in Serie war es für Nürnberg der erste Erfolg. Die Roosters kassierten ihre vierte Pleite in Folge und stellten mal wieder unter Beweis: Gegen Tabellenletzte können Iserlohner Teams einfach nicht gewinnen.
Die Statistik:
Roosters: Aus den Birken – Ardelan, Wilford; Danielsmeier, Insana; Schneider, Langwieder; Jones – Hock, Wolf, Hancock; Christensen, Ready, Roy; Swanson, Giuliano, Hommel; Rupprich, D. Sparre, K.Sparre.
Icetigers: Ehelechner – Nasreddine, Ancicka; Spang, Leask; Ondruschka, Albers; Sevo – Greg Leeb, Brad Leeb, Barta; Chouinard, Fical, Savage; Ask, Mosienko, Grygiel; Mayr, Martens, Fischhaber.
Tore: 0:1 (26:43) Grygiel (Barta/4:5), 1:1 (28:57) Christensen (Hock, Ardelan/5:4), 2:1 (37:04) Ready (Roy, Ardelan), 2:2 (49:43) Brad Leeb (Barta, Leask), 2:3 (57:12) Chouinard (Fical, Mosienco).
Schiedsrichter: Vogl (München), Schütz (Moers)
Strafen: Roosters: 6 + 5 + Spieldauer (Giuliano); Icetigers: 12 + 5 + Spieldauer (Savage).
Zuschauer: 3184.










