Sieg auf der Zielgeraden

Iserlohn Roosters – Straubing Tigers 3:2 n.P. (0:0/1:2/1:0)
 
Iserlohn – Es war ein Erfolg auf der Zielgeraden. Erst im Penaltyschießen konnte sich ein aufopferungsvoll kämpfendes Team der Iserlohn Roosters am Freitagabend gegen die Straubing Tigers durchsetzen. Und dennoch - vielleicht gibt der Kampf bis zum Schluss und der am Ende umjubelte Erfolg den Roosters endlich das Selbstbewusstsein zurück, was ihnen heute und in den letzten vier Spielen so unglaublich fehlte.

Das erste Drittel nach der Pause zeigte die Roosters wie zuletzt. Engagiert ging die Mannschaft zu Werke, zwar mit deutlich eingerosteter Beinarbeit, dominant aber wenig effektiv. Straubing kam zwar immer wieder zu nicht ungefährlichen Entlastungsangriffen, die Gastgeber waren die bessere und druckvollere Mannschaft. Tore wollten aber trotz bester Gelegenheiten durch Wolf, Danielsmeier, Hock und Swanson einfach nicht fallen. Entweder ging die Scheibe am Tor vorbei oder Straubings-Keeper Janka blieb der Sieger. Weil auch Danny aus den Birken im Kasten der Iserlohner ohne Patzer blieb, stand es nach 20 Minuten noch immer 0:0. Trotzdem sah man in manchem Fangesicht die immer gleich bleibende Frage: Wann beginnen die offensivstarken Roosters endlich wieder mit dem Toreschießen? So was kann man doch eigentlich nicht verlernen…?

Mangelndes Selbstbewusstsein nach zu vielen torlosen Minuten lähmte das Roosterspiel auch zu Beginn des Mitteldrittels. Vorne wollte der Führungstreffer nicht fallen und in der Defensive leisteten sich die Iserlohner in der 25. Spielminute den ersten Fehler der Partie. Straubing eroberte sich eine 3:1-Kontergelegenheit im Roostersdrittel, eine Chance, die sich Tremblay nicht entgehen ließ. Einer tollen Einzelaktion von Michael Wolf nach gutem Zuspiel von Robert Hock war rund vier Minuten später der Ausgleich zu verdanken. Wolf schnappte sich die Scheibe, lief allein auf Janka zu, nutzte nach Schuss und Rebound die dritte Möglichkeit die Scheibe ins Straubinger Tor zu bringen (29.). Wolfs Kraftakt ließ Fans und Mannschaft aufatmen – leider nur für drei Minuten. Dann nutzte Trew einen Fehler aus den Birkens, der die Scheibe, statt sie festzuhalten, genau in eine Lücke in der Roostersdefensive spielte. Trew erkannte die Situation als erster und schlenzte den Puck mit der Rückhand unter die Latte – 1:2 (32.). Die Ideen im Spiel der Roosters waren da, nur die Gedanken und zu viele individuelle Fehler ließen es nicht zu, endlich das Spiel zu spielen, das die vier verlorenen Partien vergessen lassen sollten. Nur gut, dass der Innenpfostenschuss der Niederbayern kurz vor Schluss nicht den Weg ins Tor fand.

Auch Maloneys Check gegen den Kopf von Christensen und die daraus resultierende Überzahl der Roosters brachte dem Team von Seilersee keinen entscheidenden Vorteil. Selbst Mannschaftskapitän Hock verstolperte sogar einfachste Aktionen. Spätestens in diesen Minuten wurde für jeden Fan die mentale Blockade im Kopf jedes einzelnen Roostersspielers deutlich sichtbar. Die setzte sich bis zum Ende der Partie nahtlos fort, auch eine weitere 5:3-Überzahl fünf Minuten vor dem Ende, wussten die Roosters nicht zu nutzen. Viel zu kompliziert denkend, machten sich die aufopferungsvoll kämpfenden Iserlohner das Leben selber schwer. Janka fühlte sich im eigenen Kasten wie in einer Schießbude, doch die Scheibe ging immer wieder bei tollen Schlagschüssen am Kasten des Straubinger Keepers vorbei. Dass den Roosters dennoch der Ausgleich gelang, war dem tollen Einsatz der Mannschaft zu verdanken. Cheftrainer Liebsch wollte die Hoffnung nicht aufgeben, nahm aus den Birken vom Eis und hatte 28 Sekunden vor Ende der Partie das Glück des Tüchtigen. Swanson überwand Janka zum verdienten Ausgleich.

Die Blau-Weißen hatten die Verlängerung erreicht, waren auch hier die bessere Mannschaft und setzten sich dann zur Freude der laut jubelnden Fans im Penaltyschießen durch. Swanson und Hancock trafen für die Roosters, nur Trew für die Tigers. Danny aus den Birken machte seinen Fehler mit zwei gehaltenen Penaltys wieder gut. Zwar wäre an diesem Abend mehr drin gewesen, diese zwei Punkte aber könnten so gewonnen den Roosters endlich wieder Auftrieb geben.


Die Statistik:
 
Roosters:  Aus den Birken – Danielsmeier, Insana; Ardelan, Wilford; Schneider, Langwieder; Jones – Hock, Wolf, Hancock; Christensen, Ready, Roy; Swanson, D. Sparre, K.Sparre; Rupprich, Jones, Hommel.

Tigers: Janka – Tremblay, Smith; Elfring, Canzanello; Wilhelm, Draxinger – Whitecotton, Röthke, Bassen; Mapletoft, Trew, Maloney; Flache, Schnitzer, Schönberger; Baindl, Stewart.
 
Tore: 0:1 (24:35) Tremblay (Canzanello, Wilhelm), 1:1 (28:58) Wolf (Hock, Ardelan), 1:2 (31:10) Trew, 2:2 (59:32) Swanson (Insana, Wilford/5:4), 3:2 (65:00) Hancock (PS)

PS: Trew 1:0; Swanson 1:1; Bassen an TW; Hock verschießt; Elfring an TW; Hancock 1:2.
 
Schiedsrichter: Bauer (Nürnberg)
 
Strafen: Roosters: 8; Tigers: 12 + 10 (Maloney).
 
Zuschauer: 3841.