Roosters verlieren am Pferdeturm

Hannover – Wenn verpatze Generalproben außerordentliche Premieren erwarten lassen, könnte das mit dem DEL-Saisonauftakt der Roosters in der kommenden Woche gelingen. Liegt die Wahrheit aber auf dem Eis, war die 4:7-Pleite der Sauerländer beim Zweitligisten Hannover Indians der unschöne Höhepunkt einer alles anders als positiv verlaufenen Vorbereitung. Die weiße Wand vom Pferdeturm und die Attacken der Indianer werden die Sauerländer in den nächsten Tagen in unangenehmer Erinnerung bleiben.

Es war der Nebel, der den Roosters schon in den ersten Minuten der Partie die Lust und die Sicht nahm. Die altehrwürdige Kultstätte, an drei Seiten noch immer geöffnet, kämpfte mit viel zu hoher Luftfeuchtigkeit und kaum zu durchdringendem Nebel. 3:1 für Hannover stand auf der Anzeigetafel, als die Häuptlinge der Indians den Schalter der Ventilation entdeckten und sich der Nebelschleier lichtete. Wäre es nach den Roosters gegangen, er hätte gern weiter über die Eisfläche wabern können. Die Sauerländer versuchten es mit Hockey ohne Laufeinsatz und bekamen vom Zweitligisten die Quittung. 2:5 nach Drittel eins, Cheftrainer Liebsch war bedient. Schönspielerei, individuelle Fehler, auch von Keeper Martinovic, so kam dann der Wurm rein ins Spiel.

Den raus zu bekommen, war die Aufgabe, die zumindest im Mitteldrittel nicht gelang. Hommel & Co., jetzt angefressen, versuchten sich mit spielerischen Mitteln, Hannover motiviert bis in die Haarspritzen, wollte die Führung aber nicht hergeben. Giulianos Tor sorgte zwar fürs zwischenzeitliche Iserlohner 3:5 (27.), mangels Disziplin und viel zu vieler Strafminuten war mehr nicht drin.

Das änderte sich auch im Schlussabschnitt nicht. Hannover gab Gas, die Roosters dachten – vielleicht – zu sehr an den Saisonstart und waren letztlich im Hinterkopf darauf bedacht, sich nur nicht zu verletzen. Vielleicht spielte aber auch die Tatsache eine Rolle, dass sich mit Stürmerneuzugang Cam Paddock (Peoria/AHL) und Prestin Ryan ohnehin am Montag die Aufstellung im Roostersteam verändern werden. Aber auch mit noch so viel Verständnis ist ein 4:7 gegen einen Zweitligisten im Testspielfinale einfach zu wenig.

Die Statistik:

Tore: 0:1 (01:24) Wörle (Veideman), 1:1 (03:33) Sommerfeld (Saggau, Hemmes), 2:1 (06:51) Schmidt (Schwab), 3:1 (07:08) Fox (Schmidt), 4:1 (10:20) Takir, 4:2 (12:30) Roy (Insana), 5:2 (14:45) Dmitriev (Bombis), 5:3 (26:45) Giuliano (Ardelan), 6:3 (35:51) Schmidt (Chamberlain, Tarkir), 7:3 (44:37) Bombis (Schmidt),  7:4 (57:35) Danielsmeier (Hock, Wörle).

Schiedsrichter: Reik von Gameren (Berlin).

Zuschauer: 2534.

Strafen: Indians: 8; Roosters: 8 + 10 (Hommel, Kavanagh, Insana).