Roosters standen vor Sensation
19.09.2010: Eisbären Berlin – Iserlohn Roosters 3:2 (1:0/1:0/1:2)
Berlin – Fast hätten die Sauerländer in der Berliner O2-World die große
Sensation geschafft. Nach einem 0:2-Rückstand kam das Team von
Cheftrainer Uli Liebsch im letzten Abschnitt überraschend zurück ins
Match, schaffte den 2:2-Ausgleich, um am Ende trotzdem mit leeren Händen
vom Eis zu gehen. Trotzdem können die Blau-Weißen auf ihre Leistung in
den letzten 20 Minuten aufbauen.
Spieltag sechs der Roosters begann ohne Ardelan (Bluterguss im Knie),
Oppolzer (Magen-Darm) und mit viel Druck der Berliner Gastgeber, die
allen Unkenrufen zum Trotz, motiviert und angriffslustig in die Partie
starteten. Von der ersten Sekunde übernahmen sie läuferisch - und mit viel
Zweikampfstärke angetreten - das Kommando in der Partie. Laurin Brauns
ersten Warnschuss parierte der gute Danny aus den Birken nur knapp.
Schon hier wurde aber deutlich: So frei darf keiner der Eisbären zum
Schuss kommen! Weil es trotzdem passierte, konnte nur Sekunden später
auch aus den Birken nicht mehr retten, als Veideman Daniel Weiß im Slot
zu viel Platz ließ und der zum 1:0 für die Eisbären traf (5.). Auch in
den nächsten zehn Spielminuten blieben die Eisbären die bessere
Mannschaft, dann aber steigerten sich die Roosters merklich, nahmen die
Zweikämpfe besser an und erarbeiteten sich zwei Minuten vor Drittelende
die erste Chance der Partie. Kopitz schnappte sich die in der Zone der
Eisbären umher fliegende Scheibe, legte sie sich vor, passte zu Joseph,
der den ersten gefährlichen Schuss auf den Kasten der Berliner
abfeuerte(19.). Bis dato war die gesamte Roosters-Offensive in die
Verteidigungsarbeit eingebunden oder untergetaucht.
Das änderte sich über weite Strecken des Mittelsabschnitts. Josephs
Warnschuss hatte den Sauerländern zumindest die Sicherheit gegeben, dass
offensive Akzente zu setzen in dieser Partie möglich ist. Immer wieder
erarbeiteten sich die Blau-Weißen Gelegenheiten, konnten aber keine
einzige davon zum Torerfolg nutzen. Lasse Kopitz hatte die beste Chance
für die Sauerländer als er knapp vier Minuten vor Drittelende von
Paddock angespielt die Scheibe direkt nahm und sie in Richtung Tor von
Rob Zepp hämmerte. Der Nationalkeeper aber zeigte seine Klasse und
schnappte sich die Scheibe mit einem schönen Fanghandsave. Gegen die
deutlich besser als im ersten Abschnitt stehende Roostersdefensive aber
hatten es auch die Eisbären schwer, Tore zu schießen. Beim Spiel
Fünf-gegen-Fünf wollte kein Treffer gelingen, in Überzahl aber schlossen
sie zumindest einmal eiskalt ab. Ustorf fälschte einen Schlagschuss von
Regehr unhaltbar ab – 2:0 (30.).
So sicher die Eisbären in den ersten beiden Dritteln die Partie im Griff
hatten, im Schlussabschnitt waren plötzlich die Sauerländer da. Sie
übernahmen die Initiative, vielleicht weil sich die Eisbären zu sicher
waren, vielleicht aber auch, weil sie mit einer deutlich offensiveren
Taktik aufs Eis zurück kamen. So wurde die Partie plötzlich zum
Selbstläufer für die Roosters, die immer mehr Akzente setzen konnten und
für ihre harte Arbeit belohnt wurden. Erst traf Roy nach einem
wunderschönen Zuspiel von Kavanagh (49.), dann hatte Jon Insana von der
blauen Linie freie Bahn und brachte den Puck an Zepp vorbei ins Tor.
Plötzlich war die Partie wieder offen und die Eisbären nervös. Doch das
Topteam aus der Hauptstadt fing sich und hatte am Ende das Glück, das
gute Mannschaften einfach haben. Ein Angriff, die Scheibe am Rand des
Iserlohner Torraums und plötzlich drin. Felski, erst im Torraum gefallen
und dann mit der notwendigen Übersicht entschied die Partie. Sein 3:2
versuchten die Iserlohner noch einmal auszugleichen, obwohl Cheftrainer
Liebsch am Ende Torhüter aus den Birken noch einmal vom Eis nahm, war
der erneute Ausgleich nicht drin.
Die Statistik:
Eisbären: Zepp – Regehr, Constantin Braun; Walser, Hördler; Sharrow,
Baxmann; Bielke – Ustorf, Tyson Mulock, Friesen; Pederson, Busch, Laurin
Braun; Daniel Weiß, Alexander Weiß, Sven Felski; Pohl, Christensen,
Hahn.
Roosters: Aus den Birken – Ryan, Insana; Kopitz, Danielsmeier;
Langwieder, Veideman – Kavanagh, Giuliano, Roy; Hock, Wolf, Wörle;
Rupprich, Sparre, Hommel; Paddock, Joseph.
Tore: 1:0 (4:24) Daniel Weiß (Alexander Weiß, Felski), 2:0 (29:28)
Ustorf (Regehr/5:4), 2:1 (48:29) Roy (Kavanagh, Giuliano), 2:2 (51:01)
Insana (Wolf/5:4), 3:2 (54:20) Felski (Hördler, Alexander Weiß).
Schiedsrichter: Willi Schimm (Waldkraiburg)
Strafen: Eisbären: 8; Roosters:14.
Zuschauer:13900.









