So schön kann Eishockey sein...

07.12.2012:

 

Iserlohn Roosters – Eisbären Berlin 4:3 n.V. (2:0/0:2/1:1)

Iserlohn – Was für ein Eishockeyabend: Spektakulär und sicherlich unvergesslich sicherte sich der IEC gegen die Eisbären Berlin einen hart umkämpften Sieg, nach einer fast sicher geglaubten Niederlage. Erst 30 Sekunden vor dem Ende traf Tomassoni im Schlussdrittel zum Ausgleich, der die Verlängerung bescherte. Hock schoss die Roostersfans nach 2:29 Minuten in den siebten Eishockeyhimmel.

Angst vor dem Deutschen Meister, die scheinen die Iserlohn Roosters nach der letzten Saison mit vier Siegen in vier Spielen nicht mehr zu kennen. Unbekümmert und unglaublich engagiert ging die Mannschaft von Cheftrainer Mason ins erste Drittel und kam mit einer nicht unverdienten 2:0-Führung wieder heraus. Schon in der vierten Minute brachte das Zusammenspiel von Rogers und Ardelan sowie der Torriecher von Robert Hock die Sauerländer mit 1:0 in Führung. Seinem Alleingang und dem abschließenden Schuss ins lange Eck hatte Nationaltorhüter Rob Zepp nichts entgegen zu setzen. Der Vorsprung war zu diesem Zeitpunkt verdient, denn die Iserlohner waren die engagiertere Mannschaft. Der Gegentreffer aber wirkte für den Hauptstadtclub wie ein Weckruf. Insbesondere die Reihe mit Olver, Tallacksson und Busch brachte Gefahr in die Iserlohner Defensivzone, scheiterte einmal am Pfosten und später im Doppelpack an Caron. Die Roosters aber suchten trotzdem mit viel Engagement ihre Chance in der Offensive und wurden belohnt. Michael Wolfs Alleingang über die rechte Seite krönte der Nationalmannschaftskapitän mit dem 2:0 (12.). Aus fast unmöglichem Winkel schoss er auf den Kasten seines Teamkollegen aus der DEB-Auswahl und brachte die Scheibe per Nachschuss über die Linie. Überrascht rieb sich das Publikum die Augen und war anschließend noch verblüffter, denn auch in der Verteidigung hielten die Blau-Weißen stand und gingen mit dem Vorsprung in die Kabine.

Zu Beginn des Mittelabschnitts hätten die Gastgeber sogar mit 3:0 in Führung gehen können, Simon Fischhabers Schuss soll aber nur unter die Latte und nicht unter das Tornetz gegangen sein. Nach abermaligem Studium des Videobeweises entschieden die Unparteiischen auf „Kein Tor“. Es war der erste von zahlreichen unglücklichen Momenten in diesem zweiten Drittel gegen den IEC, der gleich doppeltes Pech hatte, fast im Gegenzug gelang den Eisbären der Anschlusstreffer zum 1:2. Tallacksons Kurzpass auf Olver landete hinter Caron im Iserlohner Tor (24.). Nur diese Formation des Deutschen Meisters war bis dato im Angriff gefährlich und hätte diesen Treffer markieren dürfen. Trotzdem rackerten die Sauerländer weiter, arbeiteten und mühten sich, überstanden sogar unter dem Jubel des begeisterten Publikums eine doppelte Unterzahl und mussten am Ende dennoch den Ausgleich hinnehmen. Mads Christensen brachte die Scheibe an Caron vorbei ins Eck. Obwohl die Roosters vieles richtig gemacht haben, war der verdient erarbeitete Vorsprung nach 40 Minuten dahin.

Erhofftes Sauerländer Scheibenglück sollte auch im Schlussdrittel nicht zurückkehren. Beispiel: Knapp sechs Minuten gespielt, Wolf und York hatten das 3:2 auf dem Schläger, Zepp war eigentlich schon geschlagen, der Puck aber ging nicht über die Linie. Im Gegenzug verbuchte TJ Mulock für die abgezocktere Mannschaft, seine Eisbären, den Führungstreffer (46.). Diese beiden Szenen waren sinnbildlich für die Partie. Der IEC war gleichwertig, die individuelle Klasse der Berliner und ihre Abgezocktheit vor dem gegnerischen Tor aber schien den Unterschied zu machen. Weil die Roosters am Ende aber nicht aufgaben, wurden sie belohnt. 30 Sekunden vor dem Ende, der IEC war in Unterzahl, erzielte Tomassoni an einem begeisternden Eishockeyabend den 3:3-Ausgleich, den sich das Team vom Seilersee wahrlich verdient hatte. Unter dem Jubel der 4000 Roostersfans ging die Partie in die Verlängerung, die der IEC noch immer über 30 Sekunden mit einem Mann weniger beginnen musste. Auch diese Augenblicke überstanden die Sauerländer unbeschadet und rackerten weiter.  Wegen Behinderung von Torhüter Caron musste anschließend Laurin Braun vom Eis und diese Überzahl ließ sich der IEC nicht mehr nehmen. Hock traf nach Vorarbeit von York und Wolf ins leere Tore – die Party konnte beginnen...

 

Die Statistik:

Roosters: Caron – Danielsmeier, Kopitz; Tomassoni, Peltier; Rogers, Ardelan; Orendorz -  Fischhaber, Tepper, Stuart; Hock, Wörle, Holzmann; York, Wolf, Bell; Kahle.

Eisbären:  Zepp – Hördler, Sharrow; Constantin Braun, Talbot; Katic, Haase; Tyson Mulock, Laurin Braun, Schlenker; Briére, Rankel, TJ Mulock; Olver, Busch, Tallackson; Christensen, Bielke, Arniel.

Schiedsrichter: Krawinkel (Moers), Rochette (Schweiz)

Tore:  1:0 (03:51) Hock (Rogers, Ardelan), 2:0 (11:33) Wolf, 2:1 (23:22) Olver (Tallackson), 2:2 (34:26) Christensen (Laurin Braun, Katic), 2:3  (45:54) TJ Mulock (Rankel, Briére), 3:3 (59:30) Tomassoni ( York, Wolf/4:5), 4:3 (62:29) Hock (York, Wolf/4:3)

Strafen: Roosters: 16 + 10 (Bell); Eisbären: 18+ 10 (Sharrow)

Zuschauer: 4001