Unnötige Niederlage!

09.12.2012:

 

Grizzly Adams Wolfsburg – Iserlohn Roosters 4:1 (0:0/0:0/4:1)

Wolfsburg – In Wolfsburg haben die Roosters mehr verloren als drei Punkte. Caron wird den Sauerländern aufgrund einer Matchstrafe, Danielsmeier nach einem ungeahndeten Bandencheck wohl erstmal fehlen. Und die 1:4-Pleite: Die wäre mit weniger Strafen im Schlussabschnitt wohl auch vermeidbar gewesen. Dieser Ausflug ins winterliche Niedersachen tut richtig weh.

Alte Verhältnisse waren für Mason kein Thema. Rückkehrer Giuliano ging statt mit York/Wolf mit Hock und Wörle in die Partie, sorgte schon beim ersten Wechsel für noch mehr Effektivität und hatte bereits nach zwei Minuten die Chance zum Führungstreffer. Sein Schuss, abgefeuert zwischen den Bullypunkten, war aber sichere Beute von Wolfsburgs Goalie Dshunussow. Der präsentierte sich in den ersten zwanzig Minuten genauso als sicherer Rückhalt wie Sébastien Caron im Roosterstor, der das, was auf seinen Kasten kam, zu stoppen wusste. Trotz des hohen Tempos in der Partie waren die Gäste über weite Strecken die bessere Mannschaft, agierten druckvoller, machten aber auch in der Rückwärtsbewegung fast alles richtig. Da das Mason-Team das hohe Tempo der Niedersachsen ohne Probleme mitgehen konnte und man auch im Penaltykilling solide stand, ging das 0:0 nach dem ersten Drittel in Ordnung. Offensiv hatten die Iserlohner zwar Ihre Chancen, waren aber – noch – nicht gefährlich genug, um den Führungstreffer zu markieren.

Grundsätzlich änderte sich das auch im Mittelabschnitt nicht. Hochkarätiges Offensivspiel mit Kombinationshockey suchte man auf beiden Seiten vergeblich. Das hatte auch damit zu tun, dass die Defensivbeauftragten vor dem eigenen Tor konzentriert aufräumten und Schüsse den Goalies nicht gefährlich wurden. Die beste Chance der Roosters vereitelten die Blau-Weißen selbst (26.). Tomassoni kam gerade von der Strafbank als Wolf einen Konter aufbaute, mit der Scheibe ins Wolgsburger Drittel ging, zurücklegte auf Holzmann. Der zog sofort ab und traf den fast auf der Torlinie lauernden Tomassoni am Oberkörper, da war die Hoffnung auf das 1:0 dahin. Eine Strafe, diesmal gegen die Roosters, bescherte auch den Grizzly Adams die hochkarätigste Gelegenheit im Spiel. Furchner staubte in der eigenen Zone die Scheibe ab, fuhr allein auf Caron zu, musste einen Schlenker fahren, um die Scheibe zu kontrollieren und schoss. Weil Caron ohne Sorgen hielt, blieb auch dieser Moment ohne Folgen (35.). So endete auch dieses Drittel torlos und mit der Feststellung, dass der bei einem solchen Spielverlauf so wichtige Führungstreffer und eine starke oder schwache Psyche im Schlussabschnitt den Unterschied ausmachen würde.

In dieser Partie sollte es aber anders kommen. Zwar gelang den Sauerländern bei angezeigter Strafe gegen Wolfsburg das 1:0 – nach einem Schuss von Ardelan ging die Scheibe abgefälscht von Hocks Schlittschuh ins Tor (46.) – dann aber erwachte der EHC Wolfsburg. Knapp drei Minuten nach dem Führungstreffer fiel bereits der Ausgleich, als Dzieduszycki in Überzahl für die Gastgeber traf. Anschließend spielte nur noch der Tabellenletzte, setzte die Roosters unter Dauerdruck und provozierte so die nächste Hinausstellung. Giuliano ging wegen eines Kniechecks, Tomassoni bekam beim zweiten Angriffsversuch der Wolfsburger die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel – 2:1 (54.). Nach weiteren Treffern von Moore und Hospelt verloren die Sauerländer beim 1:4 nicht nur mögliche Punkte, die im Kampf um die Playoff wichtig gewesen wären, sondern auch noch zwei wichtige Spieler. Kurz vor Ende des Matches ließ sich Caron zu einem Faustschlag hinreißen, kassierte eine Matchstrafe, außerdem verloren die Sauerländer mit Collin Danielsmeier einen ihrer stabilsten Verteidiger.

Der Rekordspieler musste nach einem Bandencheck vom Eis und wurde mit einer Handgelenkverletzung ins Krankenhaus zur Untersuchung gebracht. Eine genaue Diagnose stand am Abend noch nicht fest.

 

Die Statistik:

Grizzly Adams: Dshunussow – Kohl, Brocklehurst; Walter, Schopper; Bina, Wurm; Blanchard – Haskins, Moore, Dzieduszycki; Hospelt, Furchner, Polaczek; Pohl, Milley, Mercier; Mayer, Grygiel, Höhenleitner.

Roosters: Caron (ab 57:49) Siekmann – Tomassoni, Peltier; Rogers, Ardelan; Danielsmeier, Kopitz; Orendorz – York, Wolf, Bell; Hock, Wörle, Giuliano; Fischhaber, Hommel, Stuart; Holzmann, Tepper.

Schiedsrichter:  Jablukov (Berlin), Rohatsch (Lindau)

Tore: 0:1 (45:28) Hock (Ardelan/Sechster Feldspieler), 1:1 (48:18) Dzieduszycki (Furchner, Bina/5:4), 2:1 (53:47) Moore (Brocklehurst/5:4), 3:1 (57:07) Hospelt (Haskins/5:4), 4:1 (57:48) Mayer (Blanchard)

Strafen: Grizzly Adams: 10; Roosters: 20 + 5 + Matchstrafe (Caron)

Zuschauer: 1.508