Roosters drehen verloren geglaubtes Match

16.12.2012:

 

Iserlohn Roosters – Augsburger Panther 5:4 n.V. (1:1/0:2/3:1)

Iserlohn – Was für ein Krimi am dritten Advent. Die Iserlohn Roosters drehen einen 1:4-Rückstand und gewinnen das zweite Heimspiel des Wochenendes mit 5:4 nach Verlängerung gegen den AEV, der über weite Strecken die schlechtere Mannschaft war, aber effektiver spielte als der IEC.

Schon das erste Drittel im Duell zweier direkter Playoff-Konkurrenten startete hart umkämpft. Jeder Check wurde zu Ende gefahren, jeder Zweikampf verbissen geführt. So entwickelte sich für die Zuschauer am Seilersee ein spannendes Match, in dem die Panther mehr Offensivkraft entwickelten, die Sauerländer aber die besseren Chancen hatten. Nach erster überstandener Unterzahl stand Bell völlig frei vor Augsburgs Goalie Ehelechner, schoss aber nicht platziert genug (6.), dann konnte Peltier einen Pass von Hock aus vollem Lauf nicht ins 1:0 verwandeln (8.). Und weil sich so etwas bekanntlich rächt, nutzten die Gäste nur weitere zwei Minuten später die nächste Roosters-Unterzahl zum Führungstreffer. Brown schoss nach gewonnenem Bully von der blauen Linie, Zeiler fälschte durch die Beine von Hunwick ab. Gerade vier Sekunden hatte Rogers nach einem Foul an Somma auf der Strafbank gesessen. Trotz des Rückstands aber kämpften die Blau-Weißen weiter, brachten die Scheibe immer wieder auf den Panther-Kasten, scheiterten in der 17. Spielminute trotz einer genialen Wolf-Idee und durften Sekunden später trotzdem jubeln. Ardelans Schuss von der blauen Linie schlug unhaltbar hinter Ehelecher ein (18.). Das 1:1 nach zwanzig Minuten ging so vollkommen in Ordnung.

Zwar verpassten es die Sauerländer zu Beginn des Mittelabschnitts erneut in Überzahl in Führung zu gehen, waren aber fast 15 Minuten die klar bessere Mannschaft. Cheftrainer Mason hatte im Forechecking Anpassungen vorgenommen und das brauchte die Panther immer wieder in Bedrängnis. Augsburg gelang es fast nie mit Tempo durch die neutrale Zone zu kommen oder einen guten ersten Pass aus dem eigenen Drittel zu spielen. So gut aber der Forechek funktionierte, umso bescheidener agierten die Roosters vor dem Tor der Schwaben. Zwar erspielte sich der IEC immer wieder hervorragende Chancen scheiterte aber an Ehelechner oder dem eigenen Können. Leider sollte es sich wie schon im ersten Abschnitt rächen. Augsburger Überzahl, Wolf saß noch für sechs Sekunden auf der Strafbank, als Trevelyan die Scheibe unter die Latte zauberte – 2:1 (35.).  Die Roosters jetzt frustriert und natürlich geschockt, leisteten sich Konfusion in der eigenen Zone, die 38 Sekunden nach der Führung Trevelyan sogar zum 3:1 nutzte. Obwohl die Blau-Weißen also die klar bessere Mannschaft waren, lagen sie mit zwei Treffern hinten. Wieder mal lag es an der Effektivität vor dem gegnerischen Tor.

Das änderte sich auch zu Beginn des Schlussdrittels nicht. Die Roosters machten auf Dauerdruck, den Puck über die Torlinie zu bringen, gelang dennoch nicht. Deshalb passierte folgende Szene, die symptomatisch war, für diesen Eishockeynachmittag: Der IEC machte Druck im Powerplay, brachte aber die Scheibe nicht über die Linie, dann der Augsburger Scheibenklau durch Whitmore, der einen Konter in Richtung IEC-Tor startete, Hunwick überwand und zum 4:1 traf (46.). Wer jetzt allerdings dachte, die Partie sei entschieden, hatte Mike York  und den Charakter der Sauerländer nicht auf der Rechnung. Der Topskorer der Sauerländer verbuchte aus dem Nichts das 2:4 und sorgte so dafür, dass der Kampf zurück nicht aussichtslos sein sollte. Im weiteren Verlauf brachte Whitmore erneut den Puck über die Iserlohner Torlinie, nach Studium des Videobeweises aber erkannten die Unparteiischen den Treffer nicht an. Der endgültige Wendepunkt im Match. Wörle, Wolf und Giuliano hatten weitere Gelegenheiten, es brauchte aber bis zur 54. Minute bis Wolf aus der Drehung Ehelechner tunnelte und verdient zum 3:4 einnetzte. Jetzt stand das Publikum wie ein Mann hinter dem Mason-Team und die Anfeuerung pushte den IEC tatsächlich erst zum 4:4-Ausgleich durch Giuliano 31 Sekunden vor Ende und dann zum Siegtreffer von Hock in der Overtime. Der war nach 81 Sekunden völlig frei vor Ehelechner und verbuchte den Siegtreffer. Was für ein Eishockeykrimi!

 

Die Statistik:

Roosters: Hunwick – Kopitz, Ardelan; Tomassoni, Peltier; Orendorz, Rogers; Ortwein – York, Wolf, Giuliano; Hock, Tepper, Wörle; Bell, Hommel, Stuart; Kahle, Holzmann, Fischhaber.

Panther: Ehelechner – Bakos, Tölzer; Boyle, Ross; Brown, Seifert; Draxinger – Werner, MacArthur, Trevelyan; Roloff, Whitmore, Somma; Helms, Thang, Flache; Zeiler, Farny, Schäffler.

Schiedsrichter: Schütz (Moers), Yazdi (Neuss)

Tore: 0:1 (09:58) Zeiler (Ross, Brown/5:4),  1:1 (17:16) Ardelan (Hock, Wolf), 1:2 (34:58) Trevelyan (Thang/5:4), 1:3 (35:37) Trevelyan (MacArthur, Tölzer), 1:4 (45:17) Whitmore, 2:4 (47:13) York (Holzmann, Tomassoni), 3:4 (53:15) Wolf (Wörle, Hock/5:4), 4:4 (59:29) Giuliano (6:5), 5:4 (61:21) Hock (Rogers).

Strafen: Roosters: 10; Panther: 16

Zuschauer: 3.095