Eigene Fehler rauben Roosters die Chance zum Sieg

28.12.2012:

 

Iserlohn Roosters – Hannover Scorpions 4:5 (2:2/1:2/1:1)

Iserlohn – Hannover entwickelt sich für die Sauerländer zum Schreckgespenst. Auch das zweite Saisonspiel binnen anderthalb Wochen gegen die Niedersachsen ging am Abend verloren. Allerdings nicht, weil die Hannoveraner nach einem 0:2-Rückstand so hervorragend gespielt hätten, sondern weil sich die Gastgeber individuelle Fehler in der Deckung geleistet haben.

Beim Blick auf den Zwischenstand rieb sich mancher der 4900 Zuschauer in der fast ausverkauften Eissporthalle verwundert die Augen. 2:2 nach 20 Minuten hätte es nie und nimmer stehen dürfen. Von der ersten Spielsekunde an waren die Sauerländer das bessere, aggressivere und engagiertere Team. Dank zweier exzellent gespielter Powerplays (!) hatte sich das Mason-Team einen 2:0-Vorsprung herausgespielt und die Partie gegen die Niedersachsen vollkommen unter Kontrolle. Ardelan und Stuart waren mit Schüssen erfolgreich (3./13.) und hatten der blau-weißen Anhängerschaft ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert. Mit zwei unkonzentrierten Augenblicken in den letzten zwei Spielminuten brachten sich die Sauerländer aber selbst um den Lohn harter Arbeit. Erst ließ man Topspieler Ciernik allein am linken Pfosten stehen, der dankbar einen Goc-Pass zum Anschlusstreffer nutze, 92 Sekunden später spielte Peltier sich selbst die Scheibe beim Klärungsversuch vor das eigene Tor, im dritten Nachschuss hatte Fauser freie Bahn. So etwas darf einfach nicht passieren!

Es sollte aber noch schlimmer kommen, denn der Auftakt des Mittelabschnitts stellte endgültig das Spielgeschehen auf den Kopf. In Überzahl, Tepper musste wegen eines kleinen Hakens auf die Strafbank, hatte Jass gegen eine wenig bewegliche Iserlohner Unterzahlformation wenig Probleme, traf aus der Halbdistanz ins rechte obere Eck (22.).

Die Partie war gedreht, aber die Roosters arbeiteten sich mit viel Charakter zurück in ein intensives Spiel, in dem sich beide Teams zu viele Fehler leiteten. Den nächsten aber begingen die Hannoveraner und er führte zum 3:3 zugunsten des IEC. Diesmal war es Bell, der mit seinem Schuss die blau-weiße Anhängerschaft jubeln ließ (30.). Damit entwickelte sich das Match endgültig zum offenen Schlagabtausch, in dem beide Clubs ihre Chancen hatten. Die Sauerländer hätten durch Bell, Hock oder Wolf, der Greiss auszutanzen versuchte, erneut in Führung gehen können. Während Ciernik und King für Hannover in gefährlichen Kontersituationen an Caron scheiterten,  machte es Sulkovsky 42 Sekunden vor Ende besser. Er setzte sich gegen die Iserlohner Defensive und Caron durch und schickte die Sauerländer mit einem schmerzlichen Rückstand in die Kabine.

Hannover hatte damit die fast ideale Ausgangsposition für einen Sieg gestaltet. Mit einem Tor in Führung konnte die Mannschaft von Igor Pavlov weiter auf Konter lauern, um so in einem unkonzentrierten Augenblick das Match zu entscheiden. Die Roosters mühten sich, hatten Chancen durch Tepper, York, Wolf und Stuart, offensiv aber wenig Scheibenglück. So tickte die Uhr herunter. Das Powerplay aber ließ an diesem Abend die Sauerländer nicht im Stich. Regans Strafe wegen Haltens nutzte Wörle zum 4:4-Ausgleich (53.). Nur knapp zwei Minuten später aber traf auch Hannover, ebenfalls in Überzahl, durch Sulkovsky nach einer strittigen Situation.  So begann die Schlussphase, in der die Roosters nicht zuviel riskieren durften und trotzdem alles nach vorne werfen mussten. Es sollte letztlich keinen Erfolg bringen. 

Die Statistik:

Roosters: Roosters: Caron – Tomassoni, Peltier; Kopitz, Ardelan; Rogers, Orendorz – York, Wolf, Giuliano; Hock, Tepper, Wörle; Bell, Hommel, Stuart; Fischhaber, Holzmann.

Scorpions: Greiss -  Goc, Wilhelm; Regan, Reiß; Ternavsky, Jass; Thomson – Herperger, Ciernik, Hlinka; Fauser, Richter, Krüger; Green, King, Sulkovsky; Blank, Sergej Janzen, Alexander Janzen.

Schiedsrichter: Hascher (Miesbach), Oswald (Kaufbeuren)

Tore: 1:0 (02:50) Ardelan (Hock, Wörle/5:4), 2:0 (12:26)  Stuart (Giuliano, York/5:4), 2:1 (18:17) Ciernik (Goc), 2:2 (19:49) Fauser (Richter, Jass),  2:3 (21:40) Jass (Green, Sulkovsky), 3:4 (39:18) Sulkovsky (King, Thomson), 4:4 (52:06) Wörle (Hock, Wolf/5:4), 4:5 (54:17) Sulkovsky (Goc)

Strafen: Roosters: 8; Scorpions: 12

Zuschauer: 4.748