Jahr 2012 endet mit einer Niederlage

30.12.2012:

Hamburg Freezers – Iserlohn Roosters 6:1 (2:0/2:0/2:1)

Hamburg – Die letzte Roosters-Geschichte des alten Jahres ist schnell erzählt. Zu viele Defensivfehler, zu viele unnötige Gegentore – trotz tollem Einsatz 1:6 verloren bei den Hamburg Freezers.

Plan aufgegangen. Eigentlich wäre es das gerechte Fazit für das Auftaktdrittel gewesen, wenn die letzten 2:06 Minuten nicht gewesen wären. Bis zur 18. Spielminute zeigten die Sauerländer in der O2-World ihren mitgereisten fast 1000 Fans (davon 800 per Sonderzug) eine sehr clever geführte, defensiv ausgerichtete Eishockeypartie. Dann aber stand Youngster Dieter Orendorz Brandon Reid im Zweikampf vor dem eigenen Tor gegenüber. Reid, einer der herausragenden Techniker im Freezers-Team, drehte sich um die eigene Achse und schlenzte mit der Rückhand die Scheibe zum 1:0 ins Tor. Für Caron war die Scheibe weder berechenbar noch klar zu erkennen, Orendorz ist gegen einen solchen Gegenspieler noch nicht abgezockt genug und wollte keine Strafe nehmen. Dass die Hamburger nur 62 Sekunden später zum 2:0 trafen, war dagegen deutlich ärgerlicher. Kopitz und Peltier versuchten den Puck mit zu viel Schusskraft über die Bande aus der eigenen Zone zu bringen, Westcott stoppte die Scheibe, brachte sie auf den völlig frei vor dem Tor stehenden Flaake, der Caron keine Chance ließ. Bis dato hatten die Gastgeber zwei gute Schussgelegenheiten, mehr ließen die Roosters, auch in Unterzahl, nicht zu. Blau-weiße Offensivaktionen auf der anderen Seite hatten ebenfalls Seltenheitswert. Die Freezers arbeiteten ebenfalls in der Defensive hart. Wenn die Sauerländer wirklich gefährlich waren, so wie Rogers mit seinem Schuss in der 13. Spielminute, dann rettete immer noch Torhüter Dimitrij Kotschnew.

Dass es schon in Anbetracht dieses Spielstandes schwer sein würde, die Partie zu drehen, war schon jetzt allen Roostersfans klar. Ein frühes Tor hätte geholfen, es wollte aber nicht fallen. Wörle tropfte, gleich zu Beginn in Überzahl, zwar der Puck nach einem Wolf-Schuss vor die Füße, der Füssener konnte allerdings nicht schnell genug reagieren, um Kotschnew wirklich zu prüfen. Die Freezers präsentierten sich dagegen deutlich kaltschnäuziger und nutzten binnen 27 Sekunden zwei weitere Roostersfehler zum 3:0 und 4:0 (25.). Zwischen den beiden unnötigen Gegentoren, erneut begünstigt von der Verteidigung, wechselte Cheftrainer Mason den Torhüter, brachte Hunwick für Caron, der zwar an den Toren wenig schuldig wirkte, trotzdem versuchte der Coach ein Zeichen zu setzen. Trotz des schnellen Gegentreffers hatte die Aktion langfristigen Erfolg. Der Tausch im Tor ließ die Sauerländer wieder solider in der Defensive stehen, kontinuierlicher Chancen kreieren, die allerdings allesamt viel zu leicht zu entschärfen waren. So hätte Stuart 3:30 Minuten vor Schuss die Gelegenheit gehabt, im Slot stehend einzunetzen, bekam aber die Scheibe nicht unter Kontrolle. So blieb es beim 0:4, die Mannschaft hatte sich gefangen.

Nach 37 Sekunden im Schlussabschnitt stand es trotzdem 0:5. Da leisteten sich die Sauerländer in Überzahl einen Scheibenverlust, Hamburg bekam einen 2:1-Konter den Collins per Handgelenkschuss über die Fanghand von Hunwick abschloss (41.). Anschließend drückten die Iserlohner, versuchten zum Anschlusstreffer zu kommen, schnürten die Hanseaten teils im eigenen Drittel ein, brachten Kotschnew allerdings nie wirklich in Gefahr. Auf der anderen Seite fiel in der 50. Minute auch das 6:0. Diesmal traf Bettauer gegen zunehmend frustrierte Iserlohner, die aber weiterhin konstant versuchten, offensive Gefahr zu verbreiten. Robert Hock wurde dafür belohnt, erzielte 2:34 Minuten vor dem Ende den 1:6-Endstand.

Zu allem Überfluss werden die Roosters am Freitag in Ingolstadt auf Stürmer Tobias Wörle verzichten müssen, der sich Schiedsrichterschelte leistete und dafür seine dritte 10-Minuten-Strafe der Saison kassierte. Damit ist er gegen Ingolstadt gesperrt.

Die Statistik:

Freezers: Kotschnew – Schubert, Westcott; Köppchen, Nielsen; Schmidt, Roy; Bettauer – Festerling, Wolf, Flaake; Collins, Pettinger, Reid; Jakobson, Dolak, Oppenheimer; Möchel, Murphy, Krämmer.

Roosters: Caron (ab 24:24) Hunwick – Kopitz, Ardelan; Peltier, Tomassoni; Rogers, Orendorz – Bell, Hommel, Stuart; Hock, Tepper, Wörle; York, Wolf, Giuliano; Holzmann, Fischhaber.

Schiedsrichter: Aumüller (Planegg), Bauer (Nürnberg)

Tore: 1:0 (17:54) Reid (Collins), 2:0 (18:56) Flaake (Westcott, Wolf), 3:0 (24:24) Oppenheimer (Dolak, Jakobson), 4:0 (24:51) Murphy (Nielsen, Krämmer), 5:0 (40:37) Collins (Schubert), 6:0 (49:23) Bettauer (Möchel), 6:1 (57:26) Hock (Holzmann, Fischhaber)

Strafen: Freezers: 12 + 10 (Kotschnew); Roosters: 10 + 10 (Wörle)

Zuschauer: 12.500 (ausverkauft)