Happy Birthday, Hocker!
Iserlohn – Robert Hock ist eine Institution. Nicht nur in seiner sportlichen Heimat am Iserlohner Seilersee, sondern im ganzen deutschen Eishockey. Der Mannschaftskapitän der Roosters feiert am heutigen Samstag seinen 40. Geburtstag. Damit ist der gebürtige Tschechoslowake der zweitälteste Spieler in der DEL. Bei ihm zeigt sich in besonderer Weise wie wenig Lebensjahre ausmachen, wenn man seinen Körper kennt und über so einmalige spielerische Anlagen verfügt.
Die Iserlohn Roosters, Mannschaft, Geschäftsstelle und alle Freunde, Förderer und Fans gratulieren Robert herzlich zum runden Geburtstag und wünschen viel Gesundheit und ganz viele Tore für blau-weiße Jubelabende!
Danke Robert, Happy Birthday.
Aus Anlass seines Ehrentages hat iserlohn-roosters.de ein ausführliches Interview mit „Hocker“ geführt:
Frage: Robert, eine richtige Party zwischen Mannheim und auswärts in
Berlin wird schwierig zu feiern sein?
Hock: Das stimmt, vielleicht bleibt Zeit für einen kleinen Moment im Bus.
Das ist von uns aus immer eine längere Reise und wir müssen schon relativ
früh losfahren. Vorher steht morgens ja auch noch kurz Training an. Also
viel Party ist da nicht drin. Aber das ist nichts Neues. Als
Eishockeyprofi weiß man, dass im Winter wenig Zeit für private Momente
bleibt. Für die Rückfahrt werde ich mal ein paar Flaschen Sekt und ein,
zwei Bier für die Jungs einpacken. Ich hoffe, wir haben noch ein bisschen
mehr als nur meinen Geburtstag zu feiern.
Frage: Du bist zwei Jahre jünger als Rob Leask, der sich auch mit 42 noch
prächtig fühlt. Wie steckt man die Strapazen aus so vielen Profijahren
weg?
Hock: Zunächst muss man sagen: Dass es so gekommen ist, hätte ich nie zu
träumen gewagt. Aber es gab einige glückliche Umstände, die mir geholfen
haben. Zum Beispiel hatte ich nie größere Verletzungen. Außerdem habe ich
mir von erfahrenen älteren Mitspielern früh ein paar Geheimnisse
abgeschaut: In der Saisonpause darf man nicht nachlässig werden. Man muss
hart arbeiten und seinen Körper kennen, wissen, was er braucht. Außerdem
lege ich viel Wert auf Regeneration, mache Kräftigungseinheiten. Als ich
in Hannover gespielt habe, hat mir die Frau unseres damaligen Trainers
Kevin Gaudet, eine Physiotherapeutin, Yoga beigebracht, das hat meinem
Körper bis heute ebenfalls nicht geschadet.
Frage: Mit über 20 Scorerpunkten gehörst Du weiterhin zu den besten
Spielern der DEL. Wie ist das möglich, Alter Mann? Entschuldigung!
Hock: (grinst) Erfolg kann man eben auch im hohen Alter haben. Spaß
beiseite. Im modernen Eishockey, das wir auch in Europa seit einigen
Jahren spielen, ist das kein Problem. Es hat sich so vieles in unserem
Sport verändert. Das Spiel ist schneller geworden, athletischer.
Gleichzeitig wird konsequenter auf die Einhaltung der Regeln geachtet, so
dass die körperbetonten Aktionen weniger werden. Das alles kommt mir
entgegen. Ich war immer ein technisch starker, schneller Spieler, keiner,
der hart auf Körper geht.
Frage: Was sind die unvergesslichen Momente in einer solchen Karriere, in
einem Leben?
Hock: Natürlich würde ich lügen, wenn wir die drei Finalteilnahmen meiner
Karriere nicht nennen würden. Die waren genauso besonders wie meine
Junioren-Weltmeisterschaft, an der ich teilnehmen durfte. Unvergessen wird
aber auch die Playoff-Saison hier am Iserlohner Seilersee sein. Der Sport
war das eine, die Euphorie und die Menschen aber haben sich für alle
Zeiten ins Gedächtnis eingebrannt. Ich definiere besondere Erinnerungen
nicht nur sportlich, sie müssen auch menschlich Erinnerungswert behalten.
Frage: Ist es das, was den Seilersee zu Deiner sportlichen Heimat gemacht
hat?
Hock: Ja, genau das sind diese Momente. Ich genieße aber auch die Ruhe.
Ich verbringe viel und gern Zeit mit meinen Freunden, muss aber nicht jede
Nacht um die Häuser ziehen. Iserlohn bietet all das. Sportlich nimmt man
mich hier so an, wie ich bin. Man versucht nicht, mich grundsätzlich zu
verändern, das hat man nie und wird man nie. Hier darf ich ein bisschen
Kindskopf sein und das alles macht es am Seilersee so besonders.
Frage: Denkst Du manchmal an ein Ende Deiner Karriere?
Hock: Mein Vertrag läuft noch bis zum Sommer. Und wie immer gilt: Mit Doug
Mason und Karsten Mende ist vereinbart, dass wir uns wieder zusammensetzen
und entscheiden, wie es weitergeht, ob ich noch ein weiteres Jahr
dranhänge. Ich bin in der glücklichen Situation, dass das Geld nicht mehr
im Vordergrund steht, sondern der Spaß. Ich verspüre diesen Spaßfaktor,
ich liebe es noch immer mit den Jungs in der Kabine zu sitzen, ein
bisschen Schabernack zu treiben – so lange könnte ich es mir schon noch
vorstellen, Eishockey zu spielen.
Die Mannschaft ist bereits zum Auswärtsspiel nach Berlin aufgebrochen. Dort sind keine Umstellungen geplant. Sébastien Caron steht im Tor. Erstes Bully ist am Sonntag um 14:30 Uhr. Radio MK überträgt live.














