Happy Birthday, Hocker!

12.01.2013:

Iserlohn – Robert Hock ist eine Institution. Nicht nur in seiner sportlichen Heimat am Iserlohner Seilersee, sondern im ganzen deutschen Eishockey. Der Mannschaftskapitän der Roosters feiert am heutigen Samstag seinen 40. Geburtstag. Damit ist der gebürtige Tschechoslowake der zweitälteste Spieler in der DEL. Bei ihm zeigt sich in besonderer Weise wie wenig Lebensjahre ausmachen, wenn man seinen Körper kennt und über so einmalige spielerische Anlagen verfügt.

Die Iserlohn Roosters, Mannschaft, Geschäftsstelle und alle Freunde, Förderer und Fans gratulieren Robert herzlich zum runden Geburtstag und wünschen viel Gesundheit und ganz viele Tore für blau-weiße Jubelabende!

Danke Robert, Happy Birthday.

Aus Anlass seines Ehrentages hat iserlohn-roosters.de ein ausführliches Interview mit „Hocker“ geführt:

 

Frage: Robert, eine richtige Party zwischen Mannheim und auswärts in

Berlin wird schwierig zu feiern sein?

 

Hock: Das stimmt, vielleicht bleibt Zeit für einen kleinen Moment im Bus.

Das ist von uns aus immer eine längere Reise und wir müssen schon relativ

früh losfahren. Vorher steht morgens ja auch noch kurz Training an. Also

viel Party ist da nicht drin. Aber das ist nichts Neues. Als

Eishockeyprofi weiß man, dass im Winter wenig Zeit für private Momente

bleibt. Für die Rückfahrt werde ich mal ein paar Flaschen Sekt und ein,

zwei Bier für die Jungs einpacken. Ich hoffe, wir haben noch ein bisschen

mehr als nur meinen Geburtstag zu feiern.

 

Frage: Du bist zwei Jahre jünger als Rob Leask, der sich auch mit 42 noch

prächtig fühlt. Wie steckt man die Strapazen aus so vielen Profijahren

weg?

 

Hock: Zunächst muss man sagen: Dass es so gekommen ist, hätte ich nie zu

träumen gewagt. Aber es gab einige glückliche Umstände, die mir geholfen

haben. Zum Beispiel hatte ich nie größere Verletzungen. Außerdem habe ich

mir von erfahrenen älteren Mitspielern früh ein paar Geheimnisse

abgeschaut: In der Saisonpause darf man nicht nachlässig werden. Man muss

hart arbeiten und seinen Körper kennen, wissen, was er braucht. Außerdem

lege ich viel Wert auf Regeneration, mache Kräftigungseinheiten. Als ich

in Hannover gespielt habe, hat mir die Frau unseres damaligen Trainers

Kevin Gaudet, eine Physiotherapeutin, Yoga beigebracht, das hat meinem

Körper bis heute ebenfalls nicht geschadet.

 

Frage: Mit über 20 Scorerpunkten gehörst Du weiterhin zu den besten

Spielern der DEL. Wie ist das möglich, Alter Mann? Entschuldigung!

 

Hock: (grinst) Erfolg kann man eben auch im hohen Alter haben. Spaß

beiseite. Im modernen Eishockey, das wir auch in Europa seit einigen

Jahren spielen, ist das kein Problem. Es hat sich so vieles in unserem

Sport verändert. Das Spiel ist schneller geworden, athletischer.

Gleichzeitig wird konsequenter auf die Einhaltung der Regeln geachtet, so

dass die körperbetonten Aktionen weniger werden. Das alles kommt mir

entgegen. Ich war immer ein technisch starker, schneller Spieler, keiner,

der hart auf Körper geht.

 

Frage: Was sind die unvergesslichen Momente in einer solchen Karriere, in

einem Leben?

 

Hock: Natürlich würde ich lügen, wenn wir die drei Finalteilnahmen meiner

Karriere nicht nennen würden. Die waren genauso besonders wie meine

Junioren-Weltmeisterschaft, an der ich teilnehmen durfte. Unvergessen wird

aber auch die Playoff-Saison hier am Iserlohner Seilersee sein. Der Sport

war das eine, die Euphorie und die Menschen aber haben sich für alle

Zeiten ins Gedächtnis eingebrannt. Ich definiere besondere Erinnerungen

nicht nur sportlich, sie müssen auch menschlich Erinnerungswert behalten.

 

Frage: Ist es das, was den Seilersee zu Deiner sportlichen Heimat gemacht

hat?

 

Hock: Ja, genau das sind diese Momente. Ich genieße aber auch die Ruhe.

Ich verbringe viel und gern Zeit mit meinen Freunden, muss aber nicht jede

Nacht um die Häuser ziehen. Iserlohn bietet all das. Sportlich nimmt man

mich hier so an, wie ich bin. Man versucht nicht, mich grundsätzlich zu

verändern, das hat man nie und wird man nie. Hier darf ich ein bisschen

Kindskopf sein und das alles macht es am Seilersee so besonders.

 

Frage: Denkst Du manchmal an ein Ende Deiner Karriere?

 

Hock: Mein Vertrag läuft noch bis zum Sommer. Und wie immer gilt: Mit Doug

Mason und Karsten Mende ist vereinbart, dass wir uns wieder zusammensetzen

und entscheiden, wie es weitergeht, ob ich noch ein weiteres Jahr

dranhänge. Ich bin in der glücklichen Situation, dass das Geld nicht mehr

im Vordergrund steht, sondern der Spaß. Ich verspüre diesen Spaßfaktor,

ich liebe es noch immer mit den Jungs in der Kabine zu sitzen, ein

bisschen Schabernack zu treiben – so lange könnte ich es mir schon noch

vorstellen, Eishockey zu spielen.

 

Die Mannschaft ist bereits zum Auswärtsspiel nach Berlin aufgebrochen. Dort sind keine Umstellungen geplant. Sébastien Caron steht im Tor. Erstes Bully ist am Sonntag um 14:30 Uhr. Radio MK überträgt live.