Ein fast perfekter Sonntag

18.01.2013:

 

Iserlohn - Wenn man auf den Sonderzug nach Hamburg am 30. Dezember des vergangenen Jahres zurückblickt, dann fallen einem nicht viele negative Dinge ein.

Klar, sportlich lief es mit dem 1:6 bei den Freezers weit weg von optimal, aber der Stimmung auf der Hin- und Rückfahrt hat dies nicht wirklich geschadet. Im Gegenteil: die Fans der Iserlohn Roosters haben sich vorbildlich verhalten und ihr Team freundlich, wenn auch nicht euphorisch, im Sonderzug empfangen.

 

So wurde die Heimfahrt nach Letmathe nach der Klatsche doch noch zu einer gemeinsamen Party, die von vielen kritischen und nachdenklichen Gesprächen begleitet wurde. Als Veranstalter der Sonderzuges freut man sich natürlich besonders, wenn das Team kurz nach solch einer Erfahrung beginnt, eine Siegesserie hinzulegen, wie die Roosters es gegen Straubing, Mannheim und Berlin schafften. Und wieder wird spekuliert, ob es nicht besser gewesen wäre, der Mannschaft gleich zu Saisonbeginn die gemeinsame Erfahrung mit den Fans zu gönnen.

Vielleicht ermöglicht es uns ja der Spielplan in der nächsten Saison.

 

Der Kartenbedarf und die Nachfrage zur Sambatour an die Nordsee waren auf jeden Fall seit dem Bekanntwerden unseres Zieles enorm. So musste diesmal noch ein Zusatzwagen für den Zug besorgt werden, der extra am Vorabend der Roosters-Reise aus den Alpen hergebracht wurde. Fast alle, die sich gemeldet hatten, konnten über die Warteliste noch einen Platz bekommen. Wir können für die Zukunft jedem nur empfehlen, den Verkauftermin für die Sonderzugkarten wahrzunehmen. Wer kann schon sagen wieviele Fans an der nächsten Tour teilnehmen wollen?

 

Pünktlich an jenem letzten Sonntagmorgen im Jahr 2012 lief der für die Roosters gecharterte Zug in den Letmather Bahnhof ein und konnte von den Fans belegt werden. In nur vier Stunden wurde die Fahrt nach Hamburg-Altona bewältigt. Vom Sonderzug-Team gab es als Geschenke noch die beliebten Buttons und als Stärkung eine Mettwurst für jeden Mitfahrer. Ebenso wurden im Zug wieder die selbstgemachten Delikatessen von den Fans verzehrt. Von Frikadellen und Schnitzeln über Nudel- und Kartoffelsalat, Kuchen, Schnittchen und vieles wurde in den Abteilen des Zuges für die richtige Grundlage gesorgt.

 

Im Partywagen war schon sehr früh eine großartige Stimmung zu vermerken. Die üblichen Ballermann- und Party-Hits sorgten bei allen, die den Weg hinein geschafft hatten, für sehr gute Unterhaltung. Für manche Fans ein kleiner Wermutstropfen war die immer mehr einreißende Unsitte, die Toiletten im Zug mit einem Vierkantschlüssel zu verschließen. Hier möchten wir alle Sonderzugfahrer doch darum bitten, etwas mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen. Bedenke man auch, dass der Zugveranstalter dieses Jahr erstmals Reinigungspersonal an Bord hatte, dass Verunreinigungen und Schäden auch schon während der Fahrt behob.

 

Der ärgerlichste Zwischenfall ereignete sich dann kurz vor dem Hamburger Hauptbahnhof. Es wurde in der Mitte des Zuges ein Feuerwerkskörper gezündet und aus dem Fenster geworfen. Der blaue Rauch war deutlich sicht- und riechbar. Hier können wir von Glück reden, dass dies im Raum Hamburg geschah und nicht in der Zuständigkeit der Bundespolizei. Wäre der Zug angehalten worden, so wären allen Mitfahrern ein längerer Stopp und stundenlange Kontrollen sicher gewesen. Die Hamburger Polizei hat das Problem aber sehr gelassen bearbeitet und konnte aufgrund von Zeugenaussagen die Ermittlungen aufnehmen. Die Diskussionen dauerten zwar ziemlich lange, es steht aber nun fest, dass nicht der Zugveranstalter für die Dummheit Einzelner haften muss, sondern diese sich direkt mit der Polizei befassen dürfen.

 

Ungeachtet dessen lief der Zug in Hamburg-Altona ein und die Fans machten sich auf den Weg zur O2 World. Mit Hilfe der Ultra Crew hatte das Sonderzug-Team für den Spielbeginn eine gemeinsame Choreographie auf die Beine gestellt. Der Gästeblock erschien in blauer und weißer Farbe und die Fans unterstützten ihren Verein lautstark unter dem Motto „Ob Elbe oder Seilersee - Nur der IEC“. Optisch war es ein absolutes Highlight, sportlich hat es uns aber leider an diesem Sonntag nichts gebracht… wie bekannt.

 

Gegen 18.15 Uhr trafen sich dann Fans und Mannschaft im Altonaer Bahnhof an Gleis 10 um den Sonderzug für die Rückfahrt zu besteigen. Diese erfolgte wie oben bereits erwähnt in angenehmer Weise, die noch vorhandenen Getränkereserven wurden geleert und es wurde viel geredet. Gegen 22.45 Uhr traf der Sonderzug dann in Letmathe ein, die Fans waren somit relativ früh daheim und konnten sich in Ruhe auf die anstehenden Silvesterfeiern vorbereiten.

 

Unter dem Strich war es wieder eine gelungene Fahrt. Auch die während der Fahrt aufgetretenen Beschädigungen hielten sich im Rahmen. Natürlich ist schon der eine oder andere abgerissene Griff oder Vorhang ärgerlich, auch die komplett verstopften Toiletten haben natürlich zusätzliche Reinigungskosten verursacht. Das alles war aber im Rahmen und wir haben uns daher entschieden, den wenigen zweifelhaften Fällen nicht weiter nachzugehen. Es war also eine schöne Fahrt, bis auf das Ergebnis.

 

Doch wer weiß, vielleicht hat sie dennoch etwas gebracht. Wir werden es sehen. Wir freuen uns jedenfalls jetzt schon auf den Sonderzug in der Saison 2013/14 - wohin auch immer er gehen mag.

 

Von Matthias Schlüter (ALF)