Verdient wäre es gewesen...

30.01.2013:

Kölner Haie – Iserlohn Roosters 2:1 (0:0/1:1/1:0)

Köln – Was für ein Ärger! Im besten Spiel der Roosters gegen die Haie seit über einem Jahr stand der IEC kurz vor der Verlängerung, kassierte 38 Sekunden vor Ende beim Stand von 1:1 einen Treffer der Domstädter und fährt unverdient mit leeren Händen heim.

Ausfälle im Nachholspiel mussten beide Teams schon vor dem ersten Bully hinnehmen. Bei den Sauerländern hatte Sébastien Caron schon beim Abschlusstraining am Vormittag über Unwohlsein geklagt, nachmittags war klar: Ein Einsatz ist unmöglich. Bei den Haien fehlten mit Ankert und Tjernqvist zwei wichtige Eckpfeiler in der Defensive. Davon aber war in den ersten fünf Minuten wenig zu sehen. Köln präsentierte sich als bessere Mannschaft, hatte zwei hervorragende Gelegenheiten, Hunwick aber reagierte gut, ließ im gesamten Abschnitt kaum Rebounds zu - eine bemerkenswerte Entwicklung. Beim letzten Einsatz des US-Amerikaners zu Jahresbeginn in Ingolstadt hatte er deutlich größere Probleme Schusswinkel zu erahnen. Auch Hunwicks Stellungsspiel hat sich deutlich verbessert. Davon profitierten seine Vorderleute gleich zu Beginn und gewannen so immer mehr Vertrauen auch offensiv Akzente setzen zu können. Holzmann (4.) und Giuliano (7.) schafften es die Kölner Verteidigung abzuschütteln, scheiterten aber an Aus den Birken. Auch diese Chancen brachten Selbstvertrauen, so dass sich der Rest des Auftaktdrittels zu einem weitgehend ausgeglichenen Schlagabtausch entwickelte. Das hatte auch damit zu tun, dass das Mason-Team immer besser Schlittschuh lief, sich gelegentlich in der Spielfeldmitte gut durchsetzen konnte und damit immer wieder Gefahr in Richtung Haie-Tor kreierte. So konnten die Sauerländer nach zwanzig Minuten mit dem eigenen Spiel und dem 0:0 zufrieden sein.

Dieses gewonnene Selbstvertrauen sorgte auch zum Beginn des zweiten Abschnitts für druckvolle Angriffe des IEC, zwei Wolf-Gelegenheiten und einen guten Bell-Schuss. Überwinden konnten die Gastgeber Aus den Birken aber nicht. Und als man eigentlich dachte, die Blau-Weißen hätten den verdienten Führungstreffer auf dem Schläger, nutzten die Kölner einen Zuordnungsfehler in der Roosters Defensive zum 1:0 (26.). Ticars Schuss wurde vor dem Tor nach links abgefälscht, Schütz stand frei, zog in den Torraum und brachte die Scheibe ins Tor. Von diesem Augenblick an waren die Gastgeber das dominante Team. Sie kontrollierten die Partie, Minard aber leistete sich ein unglückliches Defensivfoul hinter dem Iserlohner Tor, kassierte eine zwei Minuten Strafe und die wusste die dritte Iserlohner Reihe (!) zu nutzen (37.) Stuarts Flip-Pass fand den völlig frei vor dem gegnerischen Tor stehenden Fischhaber, der Aus den Birken keine Chance ließ. Wieder ging es mit einem Unentschieden und wieder erstarkten Roosters in die Pause.

 

Denen half das gewonnene Selbstvertrauen im Schlussabschnitt. Konzentriert in der eigenen Defensive stehend, wagte das Team vom Seilersee offensiv nicht zu viel, stand gut und hielt die Haie vom eigenen Tor fern. Immer mehr konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, ein einziger Fehler würde in der Partie den Unterschied machen. Offen aber blieb, wer ihn machen würde. Erzwingen konnten ihn die Sauerländer nicht, auch nicht in einer Überzahl, als der IEC für 50 Sekunden die Gelegenheit hatte sogar mit zwei Jungs mehr auf dem Eis zu stehen. Dass die nicht genutzten Gelegenheiten am Ende doppelt ärgerlich sein würden, war zu diesem Zeitpunkt nicht zu erahnen. Trotz des guten Spiels der Sauerländer sollten nämlich noch die Haie in der Schlussminute den Siegtreffer verbuchen. Einen Schuss von Kranjc fälschte Tripp 38 Sekunden vor Ende der Partie unhaltbar für Hunwick zum 2:1-Siegtreffer ab. Statt den Punkt feiern zu können, fuhr der IEC mit leeren Händen nach Hause.

 

Die Statistik:

Haie: Aus den Birken – Kanjc, Müller; Krupp, Holmqvist; Lüdemann, Lavallee; Claaßen – Falk, Gogulla, Minard; Stephens, Robinson, Tripp; Schütz, Weiß, Ticar; Breitkreuz, Ohmann, Riefers.

Roosters: Hunwick – Tomassoni, Kopitz; Lepine, Peltier; Rogers, Ardelan; Orendorz – Fischhaber, Holzmann, Hommel; York, Bell, Wolf; Hock, Wörle, Giulinao; Stuart, Tepper.

Schiedsrichter: Jablukov (Berlin), Piechaczek (Finning)

Tore: 1:0 (25:37) Schütz (Ticar, Krupp), 1:1 (36:43) Fischhaber (Stuart, Tomassoni/5:4), 2:1 (59:22) Tripp (Kranjc)

Strafen: Haie: 12; Roosters: 2

Zuschauer: 9604