Unnötige Niederlage in Düsseldorf

03.02.2013:

 

Düsseldorfer EG – Iserlohn Roosters 6:2 (2:1/2:1/2:0)

Düsseldorf – Ohne Derek Peltier und Dieter Orendorz (beide Magen-Darm) präsentierten sich die Iserlohn Roosters beim Tabellenschlusslicht aus Düsseldorf defensiv zu anfällig, waren zu keinem Zeitpunkt in der Lage die spielerischen Stärken der letzten beiden Köln-Partien aufs Eis zu bringen. Deshalb geht das Team vom Seilersee mit einer Niederlage in die Nationalmannschaftspause und ist daran selbst schuld.

Einzig gute Nachricht nach Drittel eins: Das Penaltykilling der Roosters funktioniert. Vier Mal mussten die Sauerländer im Auftaktdrittel in Unterzahl agieren, über zwei Minuten davon sogar mit zwei Spielern weniger. Dass die Gastgeber mit diesen geschenkten Augenblicken nichts anfangen konnten, lag weniger am IEC als am unglaublich schwachen Spiel der Düsseldorfer. Das funktionierte auch `Fünf-gegen-Fünf´ keinen Deut besser, trotzdem führte die DEG nach den ersten zwanzig Minuten mit 2:1. Der Grund dafür waren die Roosters selbst. Die hatten sich mit den Strafen aus dem Rhythmus gebracht und hatten nie begonnen ihr schnelles Kombinationsspiel aufs Eis zu bringen, was sie zum Beispiel noch am Freitag daheim gegen Köln ausgezeichnet hatte. Zu allem Überfluss fing man sich nach einem Konter durch Kreutzer das 0:1 (7.). Schon dieser Treffer war vermeidbar, genauso wie das 1:2 durch Bazany, der mit einem Verlegenheitsschuss über den Schoner Carons ins Tor traf (14.). Nur ein einziges Mal funktionierte das Iserlohner Offensivspiel nach Plan, als nach einem schnellen Angriff Kopitz mit einem Schuss Druck auf das DEG-Tor machte, Tomassoni nachsetzte und zum zwischenzeitlichen 1:1 traf (13.). So oder so, Iserlohner Steigerungspotential war in dieser letzten DEL-Partie vor der Nationalmannschaftspause deutlich erkennbar.

Dass Doug Mason es zu wecken versteht, hat der Kanadier schon oft unter Beweis gestellt. Es gelang ihm auch heute, aber nicht in der sicherlich gewünschten Konsequenz. Zwar gelang es den Blau-Weißen früh im Mittelabschnitt in Überzahl zum 2:2 auszugleichen (25.), dann aber machte man nichts aus der sich langsam entwickelnden läuferischen Überlegenheit. Hock scheiterte nur eine knappe Minute später bei einem wunderschönen 3:2-Konter am Stockende des jungen Düsseldorfer Keepers Bick, hätte er getroffen, wäre die Wende vielleicht gelungen. So aber blieb die Partie eng und den Roosters fehlte die letzte Konsequenz. Das galt vor allem defensiv. Immer wieder ließen die Verteidiger Düsseldorf zu viel Platz im eigenen Drittel und wurden dafür im Mittelabschnitt zwei Mal abgestraft. Erst Bostrom, dann 48 Sekunden später Rome sorgten per Doppelschlag für eine 4:2-Führung der DEG (34./35.). Mason wechselte den manchmal unglücklich agierenden Caron als Reaktion zugunsten Hunwicks aus, schaffte hinten Stabilität, sorgte aber auch damit nicht dafür, dass sein Team bereit war, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen. Mangelndes Engagement kann man den Roosters nicht vorwerfen, nach den beiden Partien gegen Köln weiß man aber einfach, was in dieser Mannschaft steckt.

Mit einem zwei Tore Rückstand musste der IEC ins Schlussdrittel, ging engagiert zu Werke, schaffte es aber nicht sein Glück zu erzwingen und einen frühen Anschlusstreffer zu markieren. Düsseldorf, spielerisch schlecht, machte es in der Euphorie der Führung besser, nutzte einen weiteren unkonzentrierten Moment der Roosters in der Defensive und traf sogar zum 5:2 (46.). Damit war die Partie, die am Ende sogar mit 2:6 aus Roosterssicht zu Ende ging, endgültig entschieden

Die Statistik:

DEG: Bick – Gödtel, Ebner; Paris, Zanetti; Bazany, Henry; Klingsporn – Long,  Kreutzer, Rome; Turnbull, Bostrom, Ridderwall; Martinsen, Fischbuch, Mondt; Hofland, Martens.

Roosters: Caron (ab 34:03) Hunwick – Ardelan, Rogers; Kopitz, Tomassoni; Lepine – York, Bell, Wolf; Hock, Giuliano, Wörle; Fischhaber, Hommel, Holzmann; Stuart, Tepper.

Schiedsrichter: Piechaczek (Finning), Schütz (Moers)

Tore: 1:0 (06:11) Kreutzer (Ebner, Rome), 1:1 (12:07) Tomassoni (Kopitz), 2:1 (13:21) Bazany, 2:2 (24:52) York (Bell, Giuliano), 3:2 (33:15) Bostrom (Ridderwall, Turnbull), 4:2 (34:03) Rome (Long, Kreutzer), 5:2 (45:10) Long (Rome, Ebner), 6:2 (55:39) Martinsen (Bazany, Mondt)

Strafen: DEG: 6; Roosters: 10

Zuschauer: 5067