Deutscher Favoriten-Sieg beim Auftakt zur "Mission Olympia"

08.02.2013:

Bietigheim-Bissingen (DEB) - Auftakt nach Maß für das deutsche Team bei der IIHF 2013 Olympia-Qualifikation: Gegen Außenseiter Niederlande kamen die Männer von Bundestrainer Pat Cortina zu einem ungefährdeten 5:1 (2:0, 1:1, 2:0). Im zwölften Vergleich gegen die in allen Belangen unterlegenen Oranjes war es der elfte Sieg für das Team des Deutschen Eishockey-Bundes e.V. (DEB).

Zum Matchwinner avancierte dabei Alexander Barta, der zwei Tore und drei Vorlagen beisteuerte. „Es war wichtig, gut in das Turnier zukommen. Nach einem nervösen Start haben wir es aber geschafft, uns etwas Luft zu machen und zwei Tore zu erzielen. Das hat uns Sicherheit gegeben“, sagte Routinier Barta, der gegen die Niederlande sein 130. Länderspiel absolvierte.

Barta war es auch, der die deutsche Mannschaft auf die Siegerstraße brachte: Jerome Flaake bediente den Schweden-Legionär in der neunten Minute mustergültig aus der Hintertor-Position, dessen Schuss schlug unhaltbar in der kurzen Ecke im Winkel ein. In der Folge war die deutsche Auswahl läuferisch und technisch besser und baute durch den Hamburger David Wolf den Vorsprung bis zur ersten Drittelpause auf 2:0 aus.

Nach dem Seitenwechsel hatte sich die Verteidigung der Gäste besser organisiert und hielt die deutsche Abwehr mit gutem Körperspiel vom eigenen Tor fern. Im Powerplay kam die Niederlande sogar zum Anschlusstreffer und beeindruckte das deutsche Team kurzzeitig: Der Spielfluss ging etwas verloren und Eisbären-Goalie Robert Zepp stand ungewollt oft im Zentrum des Geschehens.

Erst in den Schlussminuten des zweiten Abschnitts kam die deutsche Auswahl wieder besser in die Partie und erspielte sich gute Chancen. Philip Gogulla von den Kölner Haien scheiterte zunächst noch mit einem Solo, aber Alexander Barta stellte den alten Abstand wieder her.

Diesen Schwung nahm das deutsche Team mit in den Schlussdurchgang und legte die letzte Nervosität ab. Nun überzeugten die Cortina-Männer auf ganzer Linie und schnürten die Niederlande über Minuten in der eigenen Endzone ein. Leidglich die Torausbeute ließ zu wünschen übrig. Das änderte Rooster Michael Wolf im Powerplay, als er einen Schuss von Philip Gogulla unhaltbar abfälschte. Deutschland ließ in der Folge weitere gute Chancen liegen, aber die Oranjes fanden kein Mittel, um das deutsche Team noch einmal ernsthaft unter Druck zu setzen. Den Schlusspunkt setzte Moritz Müller, der in Überzahl von der blauen Linie traf.

Bundestrainer Cortina: „Ich bin glücklich über den Sieg, aber ich denke, unsere Leistung war über weite Strecken nicht gut. Wir haben zu abwartend gespielt und waren auch in der Defensive nicht sehr sicher. Das letzte Drittel war dann sehr gut. Dort haben wir die Leistung abgeliefert, die wir morgen auch gegen Italien bringen müssen.

Bereits morgen (ab 19.15 Uhr live bei SPORT1) geht es für das DEB-Team weiter. Dann wartet Italien, das sein Auftakt-Match gegen Österreich mit 2:3 verloren hatte.

Tore: 1:0 Alexander Barta (8:30), 2:0 David Wolf (11:54), 2:1 Marcel Kars (29:01/PP1), 3:1 Alexander Barta (38:48), 4:1 Michael Wolf (47:21/PP1), 5:1 Moritz Müller (57:57/PP1)

Zuschauer: 3.780

Constantin Braun (Eisbären Berlin): „Es war ein Pflichtsieg. Wir sind schwer in die Partie gekommen, haben zu Beginn nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Im letzten Abschnitt haben wir dann so gespielt wie geplant und darauf sollten wir aufbauen.“

Felix Schütz (Kölner Haie): „Es ist immer schwer, gegen solche Gegner zu bestehen. Das sind so Partien, in denen man nur verlieren kann. Das ist in allen anderen Sportarten genauso, wenn der vermeintliche Favorit gegen einen so genannten Underdog trifft. Aber die können auch Eishockey spielen. Wir hatten zwar anfangs unsere Probleme, haben uns im Schlussdurchgang aber erheblich steigern können. Das müssen wir auch gegen Italien machen.“

Jerome Flaake (Hamburg Freezers): „Vielleicht waren wir zu Beginn ein wenig nervös und wollten zu viel auf einmal. Daher haben wir nicht unseren Spielplan nicht so gut umgesetzt, haben dann in den letzten 20 Minuten aber wieder einfaches Eishockey gespielt. Wir werden uns gegen Italien steigern.“

Kai Hospelt (Grizzly Adams Wolfsburg): „Wir haben das Spiel gewonnen, das war schon mal sehr wichtig zu Turnierbeginn. Die Leistung, die wir zum Schluss der Partie angerufen haben, war gut für das Selbstvertrauen.“

Felix Petermann (EHC Red Bull München): „Das ist ein wichtiger Sieg zum Start gewesen, wenngleich wir streckenweise zu kompliziert agiert haben. Wir konnten zu wenig unsere läuferischen Stärken zeigen, waren nicht immer gradlinig. Dafür waren die letzten 20 Minuten sehr solide und die Überzahl hat gut funktioniert.“