Kantersieg gegen Krefeld

Spieltag 21:  Iserlohn Roosters – Krefeld Pinguine 8:3 (2:1/6:1/0:1)
 
Iserlohn.- „Ich bin nicht gesund, aber spielen kann ich“, sagte Brad Tapper knapp 90 Minuten vor Beginn des Westderby gegen die Krefeld Pinguine und stimmte damit den Trainerstab und seine Mannschaftskollegen gleich doppelt fröhlich. Zum ersten Mal seit Wochen starteten die Roosters mit einer fast kompletten Mannschaft und vier Reihen in ein DEL-Spiel. Dennoch brauchte die Mannschaft bis zur neunten, zehnten Minute, bis sie sich wirklich in die Partie gespielt hatte. Krefeld versuchte mit drei Sturmreihen, die Roosters insbesondere im eigenen Drittel immer wieder unter Druck zu setzen. Das gelang zwar phasenweise, aber selbst wenn sich das Team vom Niederrhein im Sauerländer Drittel durchsetzen konnte, war immer noch Norm Maracle da. Erst in der dritten Überzahlsituation gelang es den Sauerländern ihre zahlenmäßige Überlegenheit auch in einen Treffer umzumünzen. Wolf, herrlich in Szene gesetzt von Wren und Hock, traf zum 1:0 (13.). Als die Sauerländer ihre erste Unterzahlsituation schadlos überstanden hatten, die Konzentration für einen Moment schwand, kamen die Schwarz-Gelben druckvoll vor den Kasten Maracles und trafen durch Pavlikovskys Rückhandschlenzer zum 1:1-Ausgleich (16.). Unbeeindruckt vom Gegentreffer setzte Wolf nur knapp 45 Sekunden später einen Konter an, wurde aber im Drittel der Pinguine von den Beinen geholt. Schiedsrichter Aumüller entschied auf Penalty, den Wolf selbst schoss, aber nicht an Reto Pavoni vorbei im Tor der Krefelder versenken konnte. Das allerdings machte Jimmy bei einer weiteren Iserlohner Überzahlsituation in der 18. Spielminute besser. Neun Sekunden brauchte Jimmy Roy bis es vom ausgeführten Bully im Krefelder Tor klingelte – es war der zweite Schuss der Roosters in dieser Phase, auch der erste war schon drin, fand aber keine Anerkennung von Schiri Aumüller. Mit einer knappen Führung gingen die Sauerländer so ins zweite Drittel. Sie zu behaupten, sollte Mühe machen.
 
Drittel 2 begann zwar mit dem 3:1 der Iserlohn Roosters durch Bobby Wren (23.). Doch so dominierend wie die Roosters zum Ende des ersten und zu Beginn des zweiten Drittels waren, blieben sie nicht. Krefeld wurde stärker, hatte Chancen und nutzte einen Rebound in der 30. Spielminute zum 3:2-Anschlusstreffer. Doch als alle dachten, jetzt könnte es ein ganz harter Hockeyabend werden, kam die Wende im Spiel. Readys Überzahltor kurz vor Ende einer Krefelder Strafe setzte bei den Roosters Kräfte frei. Weil die Krefelder mit dem Schiedsrichter haderten und unkonzentriert waren, bauten Wolf im Doppelpack, Ready und Roy die Führung auf 8:2 aus. Nico Pyka, unregelmäßig als siebter Verteidiger auf dem Eis, kämpfte sich außerdem in die Herzen der Roostersfans. Als Ramsey sich vor der Krefelder Bank mit Potthoff anzulegen versuchte, schnappte sich Pyka den Kanadier und lieferte sich einen schönen Faustkampf – ein Beispiel für das Zusammenstehen der Mannschaft. Eigentlich hatten die Roosters damit die Partie für sich entschieden, dennoch sollte man vorsichtig sein, Krefeld kann auch mit einem Sechs-Tore-Rückstand in eine Partie zurückkommen, zumindest, wenn die Roosters deutlich in ihrer Konzentration nachlassen.
 
Genau das aber geschah nicht. Die Roosters spielten die Partie locker herunter und gaben insbesondere ihrer vierten Reihe Eiszeit. Potthoff, Schymainski und insbesondere Sebastian Jones zeigten in der gesamten Partie eine herausragende kämpferische Leistung und trugen ihren Teil zum hoch verdienten Erfolg bei. Zwar gelang im Schlussdrittel nur noch den Krefeldern ein weiteres Törchen, die Roosters aber konnten wichtige Kräfte für die schwere Auswärtspartie am Dienstag in Wolfsburg schonen.
 
 
Die Statistik:
 
Roosters: Maracle; Traynor, Buckley; Schmidt, Danielsmeier; Blanchard, Dück; Pyka; Kavanagh, Roy, Ready; Hock, Wolf, Tapper; Wren, Martens, Beechey; Potthoff, Schymainski, Jones.
 
Pinguine: Pavoni; Pavlikovsky, Martinovic; Andrews, Schopper; Kunce, Milo; Ramsey, Maloney, Blank; Loyns, Pietta, Hager; Alinc, Vasiljevs, Selivanov.
 
Tore: 1:0 (12:48) Wolf (Wren, Hock/5:4), 1:1 (15:32) Pavlikovsky (Schopper), 2:1 (17:01) Roy (Kavanagh, Ready/5:4), 3:1 (22:50) Wren, 3:2 (30:18) Vasiljevs (Kunce, Meloney/5:4), 4:2 (35:24) Ready (Beechey, Roy/5:4), 5:2 (36:38) Wolf (Hock/5:4), 6:2 (37:14) Ready (Kavanagh, Roy), 7:2 (38:11) Wolf (Hock, Tapper), 8:2 (39:42) Roy, 8:3 (49:21) Ramsey (Loyns, Kunce/5:4).
 
Schiedsrichter: Aumüller (Planegg)
 
Strafen: Roosters: 16 + 10 (Pyka, Kavanagh); Pinguine: 30 + 10 (Ramsey, Andrews).
 
Zuschauer: 3669