Niederlage zum Jahresausklang
Spieltag 35: Krefeld Pinguine - Iserlohn Roosters 4:2 (2:0/1:0/1:2)
Krefeld.- Maracle und Dück spielen! Oder doch nicht? Was beim Abschlusstraining geht, muss im Spiel nicht unbedingt auch gelingen. „Ich will unbedingt spielen“, hatte Torhüter Norm Maracle seinem Trainerstab am Morgen des vorletzten Jahrestags angekündigt, beim Aufwärmen aber wurde nach ein paar Minuten klar: An einen Einsatz des Kanadiers ist nicht zu denken. Alexander Dück dagegen wollte und konnte gegen sein ehemaliges Team auflaufen. Weil Collin Danielsmeier (Armbruch), Chris Schmidt (Leistenverletzung) und Sebastian Jones fehlten, war das auch bitter nötig.
Drittel 1 begann endlich mal wieder mit echtem Roostershockey. Es endete allerdings nicht so. Zwischen der ersten und der zwanzigsten Minute lagen zwei Krefelder Treffer und ein sichtlich nervöser Sebastian Stefaniszin – aber der Reihe nach. Die Roosters starteten hervorragend koordiniert, störten Krefeld schon beim Spielaufbau aus dem eigenen Drittel heraus. Immer wieder leisteten sich die Gastgeber Abspielfehler, die die Sauerländer allerdings nicht nutzen konnten. Je länger jedoch der Abschnitt dauerte, umso mehr ließen die Iserlohner in ihrer Aggressivität und ihrem läuferischen Einsatz nach, hatten kein Problem mit dem Tempo der Krefelder, kamen aber trotzdem ein wenig ins Hintertreffen. Ein Grund waren sicherlich die ersten beiden Gegentreffer. Nummer 1 fiel aus Roosterssicht in Unterzahl. Roy saß wegen Behinderung draußen und Vasiljevs hatte mal wieder die meiste Übersicht und Scheibenkontrolle und zauberte den dritten Rebound vor Stefaniszins Tor unter die Latte (9.). Aus unerklärlichen Gründen sorgte dieser Gegentreffer beim bis dahin sicher agierenden Stefaniszin für Nervosität. So ging Krefelds zweiter Treffer voll auf seine Kappe. Schopper schießt vom Außenrand des linken Bullykreises, Stefaniszin kann den Puck nicht festhalten und Loyns verwandelt den Rebound (13.). Nachdem der junge Nachwuchsgoalie in der bisherigen Saison so herausragende Spiele gemacht hat, ist ihm dieser Fehler sicherlich zu verzeihen. Er muss sich an eine völlig neue Situation gewöhnen. Zum ersten Mal liegt der gesamte Druck, liegt die gesamte Verantwortung auf seinen Schultern. Sein Freund und Torhüterkollege Maracle konnte ihm an diesem Abend in Krefeld nicht helfen.
Das galt leider auch beim 0:3 (25.). Ramsay stürmte auf der halblinken Seite ins Roostersdrittel, wurde von den Roosters gehakt, Strafe war angezeigt und die Scheibe ging durch die leicht geöffneten Schoner Stefaniszins ins Tor. Danach nahm Cheftrainer Rick Adduono eine Auszeit und machte seinen Jungs stinksauer klar, dass sie endlich aufwachen sollten. Dieses ´Weckerklingeln` sollte den Sauerländern in den verbleibenden 15 Spielminuten zumindest Feldüberlegenheit bescheren. Adduono hob das obligatorische Reihenraster auf und würfelte seine Reihen komplett durcheinander. Schon einmal bei der letzten Auswärtsniederlage in Köln hatte der Kanadier damit Erfolg. Auch in Krefeld? Nein. Hier wollte der Anschlusstreffer nicht fallen. Das lag zum einen an den zahlreichen Fehlpässen der körperlich hart auftretenden Sauerländer, zum Teil aber auch am fehlenden Glück. Das muss manchmal helfen, um nach einem 0:3-Rückstand in die Partie zurück zu finden. Sebastian Stefaniszin ist das geglückt. Dank zweier guter ´Saves` in den letzten sieben Minuten, schien er an Selbstsicherheit zu gewinnen.
Trotzdem war der 20-jährige machtlos, als nach einem Scheibenverlust der Roosters an der blauen Linie der Pinguine sich Roland Verwey die Scheibe schnappte und völlig allein auf das Iserlohner Tor zulief (45.). Vorher hatte zwar Bobby Wren einen Penalty sicher gegen Reto Pavoni verwandelt (41.), dennoch liefen die Sauerländer jetzt erneut einem 3-Tore-Rückstand hinterher. An diesem Abend war das des guten einfach zuviel. Zwar kämpfte die Mannschaft verbissen bis zum Schluss, hatte aber dennoch keine Chance mehr, die Partie zu drehen. Bei 5:3-Überzahl ließ Beechey seine Roosters noch einmal Jubeln (57.), zum Ausgleich sollte es allerdings trotz gut erdachter Spielzüge nicht mehr reichen. Damit verlieren die Iserlohn Roosters ihr letztes Spiel im Jahr 2007 und müssen am 2. Januar auf Punkte gegen Nürnberg hoffen.
Die Statistik:
Roosters: Stefaniszin; Buckley, Traynor; Dück, Blanchard; Pyka; Hock, Wolf, Tapper; Kavanagh, Roy, Ready; Wren, Sulkovsky, Beechey; Potthoff, Schymainki, Martens.
Pinguine: Pavoni; Kunce, Andress; Martinovic, Pavlikovsky, Andrews, Schopper; Alinc, Vasiljevs, Blank; Ramsay, Hager, Maloney; Loyns, Pietta, Verwey; Hölscher, Huebscher, Akdag.
Tore: 1:0 (08:55) Vasiljevs (Alinc, Blank/5:4), 2:0 (12:39) Loyns (Schopper), 3:0 (24:57) Ramsay (Hager, Martinovic), 3:1 (40:54) Wren (PS), 4:1 (44:32) Verwey, 4:2 (56:51) Beechey (Hock, Traynor/5:3).
Schiedsrichter: Rick Looker (USA)
Strafen: Scorpions: 20; Roosters: 20.
Zuschauer: 5481










