Individuelle Fehler kosten Erfolg

Spieltag 39: ERC Ingolstadt - Iserlohn Roosters  6:5 (1:1/5:2/0:2)
 
Ingolstadt.- Wechselspiel! Um neuen Schwung in die Angriffsformationen der Iserlohn Roosters zu bringen, haben die Trainer zum ersten Mal in dieser Saison den ´Hock-Block` gesprengt. Wie schon in den letzten Minuten der Partie gegen den EV Duisburg begann Mannschaftskapitän Robert Hock als Center zwischen Michael Wolf und David Sulkovsky (!), Brad Tapper spielte dafür in einer Formation mit Wren und Beechey. Ein Wechsel der sich zumindest im ersten Abschnitt auszahlen sollte. Weil Chris Schmidt sein erstes Match nach seiner Leistenverletzung spielen konnte, gingen die Roosters mit einem beinahe kompletten Team ins Match. Verzichten musste Brad Tapper allerdings auf seinen Lieblingstorhüter Jimmy Waite, der von Panther-Back-Up Sebastian Vogl allerdings hervorragend vertreten wurde.
 
Drittel 1 beim Angstgegner aus Ingolstadt mit einer spielerisch deutlich besseren Roostersmannschaft. Nach den Kampfspielen gegen Hamburg und Duisburg präsentierten sich die Sauerländer dominant und hatten die Partie eigentlich zu jeder Zeit unter Kontrolle, waren in den goldenen Ausweichtrikots das bessere Team. Dass man dennoch bereits nach 111 Sekunden die Panther jubeln sah, hatte mit einem taktischen Fehler der Roosters zu tun. Der Trainerstab hatte vor den sehr hoch im Drittel stehenden Pantherstürmern gewarnt, in dieser einen Situation aber hatten die Spieler der Roosters diese mahnenden Worte vergessen. Pass Goodall, Direktabnahme Jörg – 1:0. Der Ausgleich ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Die neu formierte dritte Angriffsformation stürmte per Konterangriff mit Beechey über halbrechts und Tapper in der Mitte ins Ingolstädter Drittel, Beechey lockte Vogl aus dem Tor, spielte den Pass auf den am linken Pfosten wartenden Tapper, der hatte einen leeren Kasten vor sich und machte den Ausgleich zum 1:1 (4.). Im weiteren Verlauf leisteten sich die Roosters zwar noch die ein oder andere kleine Nachlässigkeit in der Defensive, wirkten in mancher Situation vielleicht ein wenig zu verspielt, am Ende aber stand das 1:1. Sean Blanchard musste in der 15. Minute, nach einem hohen Stock in der Kabine genäht werden, konnte allerdings anschließend weiterspielen. Verursacher Tutschek, der Blanchard unabsichtlich im Fallen im Gesicht getroffen hatte, musste mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe vom Eis.
 
Waren die Sauerländer im ersten Drittel in nahezu jeder Hinsicht die bessere Mannschaft ließen sie diese Dominanz im zweiten Abschnitt in einem Kernbereich schleifen: in der Defensive. Damit aber ist nicht nur die Verteidigung gemeint, insbesondere die Stürmer stellten zwischen der 25. und 28. Minute die Arbeit nach hinten ein. Binnen 194 Sekunden verbuchten die Panther vier Tore und führten mit 5:2. Gut, dass wenigstens Pat Kavanagh nach seiner Rückkehr von der Strafbank und einem tollen Pass von Ready aus dem eigenen Drittel, einen 1:0-Konter in Unterzahl gegen Sebastian Vogl verwandeln konnte (27.). Jeder einzelne Gegentreffer resultierte aus einem individuellen Fehler. Die Roosters stabilisierten sich zwar im weiteren Verlauf, trafen durch Wren (stand ungedeckt am linken Pfosten) zum 3:5 (38.), als Ingolstadt dann durch ein drittes ´Higgins-Tor` auf 6:3 erhöhte, war das ein erneuter Nackenschlag.
 
Ein Nackenschlag, den die Roosters allerdings zu Beginn des Schlussdrittels offenbar vergessen hatten. Dazu beigetragen hat ohne Zweifel ein frühes Tor zum 4:6 aus Sicht der Sauerländer. Nur 73 Sekunden waren im letzten Abschnitt gespielt als Tyler Beechey nach Zuspiel von Tapper traf und den Iserlohnern damit eine echte Chance eröffnete. Acht Minuten später saß Higgins wegen Hakens draußen, Wolf klaute im Ingolstädter Drittel die Scheibe, fuhr allein auf Vogl zu, verlud den jungen Goalie und machte mit dem 37. Saisontor den 5:6-Anschlusstreffer. Wegen doppelten Reklamierens verabschiedete sich Bobby Wren nach zwei 10-Minuten-Disziplinarstrafen aus der Partie und fehlt damit auch im Match gegen die Mannheimer Adler am Sonntag. Weil die Roosters gerade auch in der Schlussphase um jeden Zentimeter fightend zu viele kleine Strafen nahmen, reichte es am Ende nicht mehr zum Ausgleich. Die Panther gewinnen das Match gegen die Roosters, die im letzten Drittel mit einer unglaublichen Energieleistung noch einmal in das Spiel hineingekommen waren. Schade, dass es nicht mehr zum Ausgleich reichte…
 
Die Statistik:
 
Roosters: Maracle; Schmidt, Blanchard; Pyka, Dück; Buckley, Traynor;  Kavanagh, Roy, Ready;  Wren, Beechey, Tapper; Hock, Wolf, Sulkovsky; Potthoff, Schymainski, Jones.
 
ERC: Sebastian Vogl; Ficenec, Bakos; Ferguson, Wood;  Schwarz, Holland; Patrick Vogl; Goodall, Bellissimo, Seidenberg; Ast, Leeb, Higgins; Tutschek, Waginger, Melischko; Jörg, Schütz.
 
Tore: 1:0 (01:51) Jörg (Goodall), 1:1 (03:29) Tapper (Beechey), 2:1 (24:23) Bellissimo (Ast), 3:1 (25:15) Higgins (Bellissimo, Ficenec), 3:2 (26:27) Kavanagh (Ready, Buckley/3:4), 4:2 (26:46) Bakos (Ferguson/5:4), 5:2 (27:37) Higgins (Holland), 5:3 (37:40) Wren (Hock), 6:3 (38:26) Higgins (Leeb, Holland), 6:4 (41:13) Beechey (Tapper, Wren), 6:5 (49:22) Wolf (5:4).
 
Schiedsrichter: Richard Schütz (Berlin)
 
Strafen: ERC: 23 +10 (Ferguson, Bellissimo) + Spieldauer (Tutschek); Roosters 24 + 10 (Beechey) + Spieldauer (Wren).
 
Zuschauer: 3045