Niederlage nach Verlängerung gegen Ingolstadt
Spieltag 52: Iserlohn Roosters – ERC Ingolstadt 4:5 n.V. (2:2/1:1/1:1)
Iserlohn.- Die Iserlohn Roosters haben das erste Endspiel um Platz sechs verloren. Nach 60 nervenaufreibenden Minuten und Verlängerung mussten sich die Sauerländer vor nur 3500 Zuschauern am Seilersee dem ERC Ingolstadt mit 4:5 nach Verlängerung geschlagen geben. Wieder mal sorgte der Pfiff eines Unparteiischen für eine Entscheidung in einem DEL-Spiel. Aber der Reihe nach…
Mit viel Kraft, Mut und Selbstbewusstsein starteten die Roosters in Drittel 1. Gegen die langsam wirkenden Panther dominierten die Roosters den Auftakt der Partie, hatten drei hervorragende Chancen, bevor Mannschaftskapitän Robert Hock sein Team zum dritten Mal an diesem Wochenende jubeln ließ. Nach einem tollen Pass von der blauen Linie diagonal durch das Pantherdrittel zauberte Hock in doppelter Überzahl die Scheibe über den am Boden knienden Waite ins Ingolstädter Tor (7.). Waite hatte Tappers Pass als Schuss interpretiert und war geschlagen. Kurze Zeit später, jetzt hatten die Roosters einen Mann weniger auf dem Eis, folgte der zweite Jubelschrei der 3500 Roostersfans am Seilersee. Waite war aus seinem Kasten geeilt, Beechey (bei Roosters-Unterzahl) setzte nach, der Panthergoalie brachte mit einem schlechten Pass die Scheibe vor sein eigenes Tor und Ready, aus dem Nichts aufgetaucht, sorgte für die 2:0-Führung des IEC (14.). Überraschenderweise hatten die Roosters schon kurz vorher ein wenig Linie im bislang bestimmten Spiel verloren, so dass die Panther in der gleichen Minute mit einem Schüsschen von Bellissimo zum Anschlusstreffer kommen konnten. Maracle hatte einen Stellungsfehler begangen und die Gäste sagten ´Dankeschön`. Auch beim Ausgleich der Ingolstädter sah der Iserlohner Goalie nicht viel besser aus. Abermals in Unterzahl ließ Maracle erneut einen Schuss von Bellissimo durch die Schoner geben (16.). Zwar hatte Hock Sekunden vorher die Latte getroffen, trotzdem mussten die Sauerländer mit dem Unentschieden in die erste Drittelpause gehen.
Unbeeindruckt vom Ergebnis und den zwei späten Toren der Panther starteten die Sauerländer in den Mittelabschnitt und erarbeiteten sich wie in den ersten 20 Minuten hervorragende Chancen. Leider wussten sie, wie am vergangenen Sonntag gegen Wolfsburg, keine einzige Gelegenheit davon zu nutzen. Insbesondere im Überzahlspiel waren die Iserlohner nicht organisiert genug, hatten die Panther immer wieder die Chance die Roosters aus der eigenen Zone zu drängen. Doch, es passierte, was immer passiert, wenn man die eigenen Chancen nicht nutzt, man kommt ins Hintertreffen. Nachdem Pat Kavanagh für 2+2 Strafminuten auf die Bank musste, nutzten die Panther eine Überzahl-Konterchance zur 3:2-Führung. Jetzt stand den Zuschauern die Angst ins Gesicht geschrieben, dass sich ihr Team die nächste Niederlage einfangen könnte. Doch erneut Robert Hock erlöste die Anhänger und die eigenen Mannschaftskollegen. Auf Knien vor dem Tor der Ingolstädter beförderte der Teamkapitän die Scheibe an Jimmy Waite vorbei, der Ausgleich 3:3. Wer sonst als Robert Hock hätte die Sauerländer erlösen können. Positiv auch: Norm Maracle. Er steigerte sich nach einem schwachen Auftaktdrittel deutlich und war auch beim Gegentreffer von Waginger dran.
Aufregung dann zu Beginn des Schlussdrittels. Schon nach 18 Sekunden brachte Tyler Beechey die Scheibe über die Linie. Nach einem ausführlichen Videostudium entschied Schiedsrichter Schimm auf Treffer für die Roosters. Offenbar hatte ein Ingolstädter Jimmy Waite mitsamt der Scheibe unter dem Schoner ins Tor befördert. Ein Glückstreffer, der für die Führung sorgte, die aber nicht lange Bestand hatte. Schon 90 Sekunden später sorgen die Panther mit einem Schlenzer von der blauen Linie, unsichtbar für Norm Maracle im Tor, für den erneuten Ausgleich zum 4:4 (42.). Spannung pur, je länger das Unentschieden auf der Anzeigetafel stand, umso sicherer waren sich alle Beteiligten, der nächste Treffer würde diese Partie entscheiden. In der regulären Spielzeit sollte der aber nicht mehr fallen. Zwar hatten Beechey und Wolf kurz vor Schluss noch eine 100-prozentige Gelegenheit, die aber stoppte Waite in letzter Sekunde.
In der Verlängerung entschied dann der Pfiff des bis dato fehlerfreien Schiris Willi Schimm die Partie. Erst ließ er nach einer vermeintlichen Strafe gegen die Panther das Spiel weiterlaufen, dann pfiff er ein Haken gegen Traynor. Diese Überzahl der Panther brachte den Roosters das Genick. Bellissimo frei vor dem ganzen ließ den Sauerländern keine Chance und traf in der Verlängerung zum entscheidenden 5:4.
Die Statistik:
Roosters: Maracle - Traynor, Jones; Schmidt, Blanchard; Pyka, Dück; Jones - Hock, Wolf, Beechey; Kavanagh, Roy, Ready; Wren, Sulkovsky, Tapper; Potthoff, Schymainski, Martens.
Ingolstadt: Waite - Holland, Fast; Ficenec, Ferguson; MacNevin, Wood – Goodall, Seidenberg, Leeb; Ast, Higgins, Waginger; Tutschek, Melischko, Hinterstocker; Schütz, Jörg, Bellissimo.
Tore: 1:0 (07:16) Hock (Wolf, Tapper/5:3), 2:0 (13:00) Ready (4:5), 2:1 (13:42) Bellissimo (Ficenec, Ast/5:4), 2:2 (15:15) Bellissimo (Higgins, /5:4), 2:3 (32:06) Waginiger (Ficenec, Goodall/5:4), 3:3 (38:21) Hock (Schmidt, Ready/5:4), 4:3 (40:18) Beechey, 4:4 (41:48) MacNevin (Tutschek), 4:5 (62:44) Bellissimo (Ficenec, Ast/4:3).
Schiedsrichter: Willi Schimm (Waldkraiburg)
Strafen: Roosters: 18; Ingolstadt: 20.
Zuschauer: 3489










