Niederlage in Spiel gegen die Lions

Play-Off-Viertelfinale – Spiel 1: Frankfurt Lions -  Iserlohn Roosters 4:3 n.V. (1:0/0:2/2:1)
 
Frankfurt.- Trotz einer 1:3-Führung verlieren die Iserlohn Roosters Spiel 1 in den Play-Offs gegen die Frankfurt Lions und müssen trotz einer herausragenden Partie mit einer Niederlage in die Heimat zurückkehren. Frankfurt kam spät im letzten Abschnitt auf 3:3 heran und entschied die Partie nach einer falschen Entscheidung von Schiri Piechaczek, der den Roosters das Leben einmal mehr schwer machte, für sich.
 
Die Roosters starteten nach der neuntägigen Pause besser ins erste Drittel. Frankfurt hatte Probleme seinen Rhythmus zu finden, war den zurückhaltenden Offensivbemühungen der Sauerländer gnadenlos ausgeliefert. Da die Defensive aber von den Trainern als oberste Direktive ausgegeben war, riskierten sie nicht zuviel, hatten aber die besseren Gelegenheiten. Wrens Pass auf Kavanagh und ein Chancendoppelpack von Beechey, zuletzt mit der Rückhand an den Frankfurter Pfosten (17.), waren Indiz dafür, dass die Roosters die gefährlichere 5:5-Mannschaft war. Ian Gordon, Frankfurts Meisterkeeper von 2004, aber hielt seine Mannschaft in der Partie. Knapp zehn Minuten brauchten die Hessen, um in Tritt zu kommen, geholfen hat dabei auch die 1:0-Führung Hendersons, geschossen in der 10. Spielminute. Hahn lauerte in Überzahl (Roy saß auf der Strafbank) hinter dem Maracle-Tor, Handerson arbeitete sich an den linken Außenrand des rechten Bullykreises vor, bekam den Pass und schoss aus kürzester Distanz. Maracle hatte keine Chance zu reagieren. Danach waren die Gastgeber die druckvollere Mannschaft, stark im Bullyspiel, gut im Forechecking, wurde die optisch bessere Mannschaft. Die Roosters dagegen blieben den letzten Einsatz noch schuldig, konnten härter kämpfen, als sie das in den ersten 20 Minuten gezeigt hatten. Die Schiedsrichter hatten trotz kleinerer Scharmützel wenig Stress mit Drittel 1, fast könnte man meinen, wäre in der Hauptrunde mehr Aggressivität zwischen beiden Teams im Match gewesen.
 
Wer ´übertriebene Härte` in den ersten 20 Minuten vermisste, der bekam sie im zweiten Drittel in Play-Off-Form geboten. Insbesondere die Gastgeber zeigten die rüde Gangart, denn die Roosters hatten die Partie gedreht. Schon nach 61 gespielten Sekunden im Mitteldrittel traf Wolf, assistiert von Robert Hock, zum 1:1-Ausgleich. Wer sonst als der Füssener ´Wunderstürmer` sollte in die Roostershistorie mit dem ersten Play-Off-Treffer eingehen. Schon von der ersten Sekunde bewiesen die Sauerländer am Bornheimer Hang jetzt ernst machen zu wollen. Beweis Nummer 2, sollte er nötig gewesen sein, kam von Tyler Beechey. Der sorgte nach Vorarbeit von Hock und Wolf für das 2:1 (26.). Wolf hatte die Scheibe ins Drittel der Hessen gebracht, Hock bedrängte einen Frankfurter Verteidiger, der seinen eigenen Keeper am linken Pfosten stehend aus dem Spiel nahm und spielte den Pass auf Beechey. Der traf ins leere Tor und sorgte für die Sauerländer Führung, die bis zur Pausensirene Bestand hatte. Zwar hatten die Roosters weitere hervorragende Chancen, scheiterten aber immer wieder am starken Ian Gordon im Tor. Trotzdem waren sie die klar bessere Mannschaft, zeigten insbesondere im Spiel ´Fünf gegen Fünf` ihre Klasse. Auch der im ersten Abschnitt kritisierte Forecheck, das schlechte Bullyspiel, alles lief deutlich besser. Je länger die Roosters aber ihre Führung behaupteten, desto aggressiver wurden die Frankfurter. Schlechte Vorzeichen für den Schlussabschnitt?
 
Zu Beginn entschieden sich beide Teams für die sportliche Hockeyvariante. Wieder übernahmen die Sauerländer die Initiative und entwickelten sich zur besseren ´Fünf gegen Fünf`-Mannschaft. Frankfurt schien ideenlos, leistete sich dann in der 46. Spielminute einen Fehler in der Defensive, den Jimmy Roy für die Roosters gnadenlos bestrafte. An der eigenen blauen Linie sicherte sich der Kanadier den Puck, zog allein auf Gordon zu und hämmerte die Scheibe ins Netz zum 3:1. Dieser Vorsprung aber sollte nicht reichen. Die Sauerländer kämpften sich bis in die letzten fünf Spielminuten, überstanden eine 3:5-Unterzahl und mussten dann trotzdem durch zwei Gegentreffer den späten Ausgleich hinnehmen. Zunächst fälschte Vorobjev einen Schuss von der blauen Linie unhaltbar für den starken Maracle ab, dann traf Taylor nach einem Defensivfehler der Roosters völlig frei vor Maracle stehend zum 3:3-Ausgleich. Wolf erarbeitete sich gegen drei Lions eine Strafe, doch die Chance in Überzahl zum Torerfolg zu kommen, machte Pat Kavanagh mit einem ´Check von hinten` zunichte. Er kassierte die zweite 10-Minuten-Strafe der Partie und damit automatisch eine Spieldauerdisziplinarstrafe. Er fehlte den Roosters damit nicht nur in der Verlängerung, sondern wird vor allem am Donnerstag im ersten Play-Off-Heimspiel der Roosters am Seilersee vermisst werden, denn da ist er gesperrt. Frankfurt brachte das Unentschieden über die Zeit und sich in die ´Sudden-Death-Verlängerung`.
 
Die endete nach 123 Sekunden, als Regehr in einer Umstellungssituation (Sulkovsky kehrte für eine von Kavanagh verursachte Strafe aufs Eis zurück) per Schlagschuss den 4:3-Siegtreffer verbuchte und damit Spiel 1 für sich entschied.
 
Die Statistik:
 
Roosters: Maracle – Schmidt, Blanchard; Pyka, Dück; Danielsmeier, Buckley – Kavanagh, Ready, Roy; Hock, Wolf, Beechey; Wren, Sulkovsky, Beechey; Potthoff, Schymainski, Martens.
 
Lions: Gordon – Regehr, Smrek; Marshall, Kopitz; Armstrong, Bresagk; Osterloh, Johnson – Layne Ulmer, Heerema, Vorobjev; Taylor, Jeff Ulmer, Jason Young, Hahn, Danner, Henderson; Reichel, Krzestan, Wörle.
 
Tore: 1:0 (09:23) Henderson (Hahn/5.4), 1:1 (21:01) Wolf (Hock, Blanchard), 1:2 (25:13) Beechey (Hock, Wolf), 1:3 (45:49) Roy (Hock, Wolf), 2:3 (56:59) Vorobjev (Hahn, Layne Ulmer), 3:3 (57:56)Taylor (Armstrong, Young), 4:3 (62:03) Regehr (Ulmer, Taylor).
 
Schiedsrichter: Schimm (Bad Wörrishofen), Piechaczek (Finning).
 
Strafen: Lions: 18 + 10 (Osterloh); Roosters: 18 + Spieldauer (Kavanagh).
 
Zuschauer: 6500.