Die Roosters schreiben Eishockeygeschichte...

Play-Off-Viertelfinale – Spiel 2: Iserlohn Roosters – Frankfurt Lions 3:2 n.V. (1:1/1:0/0:1/0:0/0:0/1:0)

SSSSSSSSSSSSSSSSSSiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeg!!!!!!!! Mit 3:2 in der dritten Verlängerung gewinnen die Iserlohn Roosters Spiel 2 des Viertelfinales nach 117:45 Minuten – ein Eishockeykrimi, der allen noch Jahre in Erinnerung bleiben wird.

Unter dem ohrenbetäubenden Jubel von 4700 Roostersfans startete Spiel 2 des Viertelfinales ins erste Drittel. Dicht gedrängt auf den Rängen und hinter den Plexiglasscheiben eröffneten die Sauerländer die Partie und präsentierten sich in den ersten zehn Minuten als die klar bessere Mannschaft. Angetrieben von den lauten Schlachtrufen der Fans trugen die Roosters die Scheibe immer wieder gefährlich ins Frankfurter Drittel und prüften den starken Gästegoalie aus allen Positionen. Der Erfolg allerdings blieb zumindest zu Beginn bescheiden. Wie schon in Spiel 1 am Dienstag benötigten die Hessen rund acht oder neun Minuten um ins Spiel zu finden, um ihrerseits den von Norm Maracle gehüteten Kasten der Roosters unter Druck zu setzen. Auf und ab wogte die Partie, hundertprozentige Gelegenheiten gab es haufenweise, beide Torhüter aber bewiesen, dass sie zu Recht zu den besten Schlussleuten der Liga zählen. Der erste Jubel in Spiel 2 gehörte aber den Roostersfans. Beechey nutzte eine der wenigen Überzahlgelegenheiten der Sauerländer nach toller Vorarbeit von Hock und Tapper zum 1:0 (16.). Ein Augenblick größter Emotionen auf den Rängen, der nur Sekunden später ein jähes Ende fand. Buckley im Infight mit einem der Frankfurter kassierte eine Spieldauerdisziplinarstrafe wegen eines Stockstichs. Schuldlos war
der US-Amerikaner nicht, Jablukov/Aumüller können so entscheiden (DEL-Schiedsrichterchef Gerstberger: "Sie können nicht nur, sie müssen laut Regelwerk so entscheiden!"). Die anschließende fünfminütige Überzahl nutzte Frankfurt allerdings nur zu einem einzigen Treffer. Young hämmerte einen unglaublichen Schlagschuss in die Fanghand von Maracle, der den Puck nicht festhalten konnte. Im Nachschuss war Jeff Ulmer zur Stelle und brachte die Scheibe an Maracle vorbei ins Tor. Mit diesem Unentschieden ging es in die erste Drittelpause.

Collin Danielsmeier übernahm zu Beginn des Mitteldrittels die Position Buckleys und fügte sich nahtlos in die gut funktionierende Roostersmannschaft ein. Die hatte zu Beginn des zweiten Drittels erneut eine Hochphase, war den Frankfurter im Spiel ´Fünf gegen Fünf` überlegen, machte aber das nächste Tor in Überzahl. Tapper schoss in der 31. Spielminute von der blauen Linie, brachte den Puck aber nicht aufs Tor, sondern zu Robert Hock. Der lauerte am linken Pfosten, drehte sich und schoss die Scheibe an Gordon vorbei zum 2:1 ins Frankfurter Tor. Abermals trafen die Roosters in Überzahl, abermals waren sie zu diesem Zeitpunkt die bessere Mannschaft. Mit ein wenig mehr Glück hätten sie sogar in diesen Minuten die Partie gänzlich für sich entscheiden können, das aber sollte nicht gelingen. Frankfurt begrenzte angetrieben von einem überragenden Ian Gordon die Führung auf einen Treffer und blieb damit in der Partie.

Eng blieb das Match auch im letzten Drittel der offiziellen Spielzeit. Die Lions waren hier die tonangebende Mannschaft, hatten offenbar mehr Kraft als die Roosters, entschieden mehr Zweikämpfe für sich, waren den nötigen Tick druckvoller. Dass sie allerdings durch einen einfachen Defensivfehler der Sauerländer ins Match zurückkehrten, war gleich doppelt ärgerlich. Wörle stibitzte den Iserlohnern hinter dem Tor von Maracle die Scheibe und zauberte sie mit einem Rückhandschlenzer in die Maschen (48.). Anschließend fingen sich die Roosters wieder. Auf einen Pfostenschuss der Blau-Weißen folgte ein Pfostenschuss der Roosters, dann ein Lattentreffer der Sauerländer. Es blieb beim 2:2, bis Drittelende. Damit sollte auch Spiel zwei der Serie in die Verlängerung gehen.

Dass die Roosters auch hier mit dem kleinen Team im Spiel blieben, war auch den Physiotherapeuten zu verdanken, die beste Arbeit machten. Zwei Überzahlsituationen konnten die Sauerländer nicht nutzen, immer wieder scheiterte die Truppe von Rick Adduono an Ian Gordon. Die Zahl der hochkarätigen Chancen ging zwar zurück, der harte Kampf aber lief weiter. Als kurz vor Schluss der Verlängerung die Sauerländer eine Strafe gegen Wren kassierten, war der Druck der Lions besonders hoch. In der ersten Verlängerung aber sollte der Treffer nicht fallen, zu Beginn von Overtime 2 hatten die Lions aber noch 53 Überzahlsekunden übrig behalten.

Auch die sollten die Lions nicht nutzen, weiter ging es in einem schier endlos erscheinenden Spiel, in dem die Roosters in der zweiten Overtime weniger Kraftreserven zur Verfügung hatten, als die Gäste. Hart wurde zwar immer noch um jeden Zentimeter Eis gefightet, mittlerweile aber war es nur noch ein Spiel des Willens. Hochkarätige Torchancen gab es auf beiden Seiten kaum, beide Torhüter zeigten ein unglaubliches starkes Spiel. Traynor brach kurz vor Ende mit Krämpfen in beiden Beinen zusammen, die Physiotherapeuten zeigten wie die Spieler Höchstleistungen. Wieder gab es kurz vor Ende des Abschnitts eine Strafe gegen die Roosters, wieder hielten sie sich schadlos, starteten aber mit 29 Unterzahlsekunden in die dritte Verlängerung.

In der dritten Verlängerung hatten die Roosters vier Mal Überzahl, nutzten keine einzige davon, trafen aber nach 117:45 Minuten durch Michael Wolf nach toller Vorarbeit von Hock und Sulkovsky und glichen damit die Serie zum 1:1 aus.


Die Statistik:
 
Roosters: Maracle – Traynor, Buckley; Schmidt, Blanchard; Pyka, Dück; Danielsmeier – Hock, Wolf, Sulkovsky; Beechey, Roy, Ready; Wren, Tapper, Schymainski; Potthoff Martens.
 
Lions: Gordon – Regehr, Bresagk; Marshall, Kopitz; Armstrong, Smrek; – Layne Ulmer, Heerema, Vorobjev; Taylor, Jeff Ulmer, Jason Young, Hahn, Danner, Henderson; Reichel, Krzestan, Wörle.
 
Tore: 1:0 (15:32) Beechey (Tapper, Hock/5:4), 1:1 (17:51) Jeff Ullmer (Young/5:4), 2:1 (30:00) Hock (Tapper, Wolf/5:4), 2:2 (47:20) Wörle (Hahn, Heerema), 3:2 (117:45) Wolf (Hock, Sulkovsky).
 
Schiedsrichter: Aumüller (Planegg), Jablukov (Berlin).
 
Strafen: Roosters: 23 + Spieldauer (Buckley);  Lions: 40.
 
Zuschauer: 4967 (ausverkauft).